Sonntags später zum Bäcker, entspannter zum Konditor oder gar ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek ausleihen? Die Bundesregierung wagt im Interesse von Kunden und Wettbewerb eine kleine Lockerung der rigiden Öffnungszeiten unter Punkt 24 ihres Programms für Aufschwung und Beschäftigung.Noch fehlt der übliche Protest der Kirchen und Gewerkschaften, die sich vor 20 Jahren zur „Sonntagsallianz“ zusammenschlossen, um gegen „rechtswidrige Sonntagsarbeit im Handel und in anderen Branchen“ zu kämpfen.Leider mit viel Erfolg. Immer wieder verhindern die selbst erklärten Sonntagsschützer gerichtlich, dass der Einzelhandel selbst die ihm örtlich gnädig zugestandene, begrenzte Zahl verkaufsoffener Sonntage zu Messen oder Festen nutzen kann. Union und SPD sollten daher jetzt nicht bei Bäckern und Konditoren stehen bleiben, sondern dem gesamten Einzelhandel eine klare, rechtssichere Öffnung am Sonntag erlauben, wie dessen Verbände unter Hinweis auf Konsumflaute und Online-Konkurrenz fordern.Sonntags auch Hemden und Möbel? Die Koalition trüge damit dem Wandel der Freizeit- und Arbeitswelt Rechnung, der den Wochen- und Konsumrhythmus längst stark verändert hat. Auch wer das bedauert, sollte akzeptieren, dass der stationäre Einzelhandel in der neuen Sonntagswelt seinen Platz verdient hat.
Öffnungszeiten am Sonntag: Die Pläne der Regierung reichen nicht
Die Bundesregierung will Bäckern und Konditoren längere Öffnungszeiten erlauben. Das reicht nicht.











