Das Land ist mal wieder gespalten. Diesmal geht es um die Öffnungszeiten von Geschäften am Sonntag. Ein Pro & Contra.
M ehr Modernität oder mehr Me-Time am Wochenende – darüber kann man sich streiten. Hier machen es zwei taz-Redakteur:innen.
Ja, Läden sollten sonntags öffnen,
weil sich selbst Ladungsöffnungszeiten dem Leben anpassen sollten. Ein Laden, der sonntags öffnen möchte, sollte das auch tun können, der Bedarf ist da. In der jahrzehntealten Debatte wird meist vergessen, dass es bereits sehr viele Branchen gibt, für die Sonntagsdienste die Regel sind: Pflegedienste, Krankenhäuser, Bahn, Gastronomie, Polizei, Feuerwehr, Theater, Kino, Zoos, Museen, Medien, … Wer am Wochenende mit dem Auto an den Badesee will, kann selbstverständlich am Sonntag tanken und später mit den Kindern an einem Stand ein Eis essen. Oh mein Gott, den Geburtstag von Tante Erna vergessen? Kein Problem, rasch zum Blumenladen geflitzt, der hat am Sonntag auf. Abends spontan ein Bier zum Fußball? Kein Ding, der Späti hat alles.
Wer jetzt mit dem katholischen Sonntag-ist-Familientag kommt, dem sei gesagt: Pfarrer:innen haben nie einen Familiensonntag, weil sie an diesem Tag brav auf der Kanzel stehen. Wer das Argument der sonntags geöffneten Shopping-Malls anführt, die kleine Läden verdrängen, sollte aufhören, im Internet zu bestellen. Kleine Läden gehen nicht zuvorderst wegen der großen Ketten kaputt, sondern weil Online-Shopping boomt.














