In Mali sollen am Samstag bei einem gemeinsamen Angriff von Dschihadisten und Tuareg-Kämpfern auf einen Konvoi der Armee etliche Soldaten getötet worden sein. Die Angreifer hätten den Konvoi überfallen, als er aus der strategisch bedeutenden Stadt Anefis im Norden Malis herausfuhr, hieß es am Sonntag aus Militärkreisen und von einem der Militärjunta nahestehenden Kommunalpolitiker. Wie viele Menschen genau starben, ist offenbar noch unklar. »Die vorläufige Bilanz des Angriffs ist äußerst schwerwiegend: Mehr als 50 Soldaten wurden getötet und mindestens 24 gefangen genommen«, sagte der Kommunalpolitiker der Nachrichtenagentur AFP.Sowohl die regionale Gruppe JNIM, die der Terrororganisation al-Qaida nahesteht, als auch die separatistische Azawad-Befreiungsfront (FLA) übernahmen in getrennten Erklärungen die Verantwortung für den Angriff als gemeinsame Operation. Dabei sprachen sie von »großen menschlichen Verlusten« und »schwerwiegenden materiellen Schäden« aufseiten der Armee. Laut den Gruppen habe sich der Konvoi aus malischen Soldaten sowie aus Mitgliedern des russischen Afrikakorps zusammengesetzt, dessen Truppen das malische Militär vor Ort unterstützten.

Epizentrum extremistischer GewaltDie malische Armee bestätigte den Angriff. Sie habe Gegenangriffe eingeleitet. »Drei Stellungen von Terroristen wurden erfolgreich angegriffen und mehrere Terroristen unschädlich gemacht. Diese Operationen ermöglichten es dem Konvoi, sich aus den Hinterhalten zu befreien und seine Route fortzusetzen.«In den vergangenen Monaten kam es zu einer Reihe von Angriffen militanter Gruppen auf malische Sicherheitskräfte. Das Binnenland Mali ist Teil der Sahelzone, eines ausgedehnten Landstreifens südlich der Sahara. Diese Region ist in den vergangenen Jahren zum Epizentrum extremistischer Gewalt geworden.