Die Regierungskrise, die Präsident Wolodymyr Selenskyj mit der Entlassung des populären Verteidigungsministers Michailo Fjodorow ausgelöst hat, erschüttert nicht nur die Ukraine. Auch bei der EU in Brüssel sorgt sie für erhebliche Verunsicherung.

Der Grund: Fjodorow galt als Architekt der ambitionierten Drohnen-Strategie, die die EU mit Milliardenbeträgen fördert, und die die Europäer nun für ihre eigene Verteidigung nutzen wollen. Mit seinem Rücktritt verlieren die Europäer einen wichtigen Verbündeten.

Ukraine-Krise erreicht die Schaltzentralen der EU

Der plötzliche Abgang erschüttert auch die laufenden EU-Beitrittsgespräche. Bisher verhandelt die EU mit der Ukraine über die „Grundlagen“ – Demokratie, Rechtsstaat, Korruption. Schon daran gibt es erhebliche Zweifel, nicht zuletzt wegen der vielen Korruptionsskandale.

Am Dienstag wurden aber auch noch Gespräche zum Thema Außenbeziehungen und Verteidigung aufgenommen. Eigentlich wollten die Europäer dabei an die – aus ihrer Sicht erfolgreiche – Arbeit von Außenminister Andrij Sybiha und Verteidigungsminister Fjodorow anknüpfen.