Die überraschende Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Michailo Fjodorow sorgt in der Ukraine für Unmut. In Kiew und zahlreichen weiteren Städten gingen am Donnerstag vor allem junge Menschen auf die Straße, um gegen die Absetzung des als Reformer geltenden Ministers zu protestieren. Gleichzeitig zeigt der Vorgang, unter welchem enormen Druck Präsident Wolodymyr Selenskyj steht: Die stockende Mobilisierung neuer Soldaten entwickelt sich neben den unzähligen Korruptionsaffären zum größten innenpolitischen Problem des Landes.

Nach Informationen mehrerer ukrainischer Medien soll Selenskyj Innenminister Ihor Klymenko als neuen Verteidigungsminister nominieren. Offiziell bestätigt wurde die Personalentscheidung zunächst nicht, Fjodorow selbst machte seinen Abschied jedoch schon öffentlich.

„Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Zugleich kündigte der 35-Jährige an, seine Arbeit im Bereich militärischer Innovationen fortsetzen zu wollen. „Ich werde meine Mission fortsetzen – den Feind durch Asymmetrie, Geschwindigkeit der Innovationen und organisatorische Stärke zu besiegen“, erklärte er auf Telegram.