In der CDU mehrte sich die Kritik an Spahn, der sich seinen Kinderwunsch mithilfe einer Leihmutter erfüllt hat. Nun hat sich wohl auch Merz gegen ihn gewandt.
Tritt als Unionsfraktionschef zurück: Jens Spahn
Michael Kappeler/dpa
Als Unionsfraktionsvorsitzender ist Jens Spahn, der nun seinen Rücktritt erklärt hat, neben Bundeskanzler Friedrich Merz der mächtigste CDU-Politiker des Landes. Als er und sein Partner die Geburt ihres Nachwuchses mit einem glücklichen Selfie verkündet haben, dürften sie zwar mit Kritik und Gegenwind gerechnet haben, vermutlich aber nicht in diesem Ausmaß. Das Kind wurde von einer Leihmutter in den USA geboren, in Deutschland ist ein solches Vorgehen verboten. Spahns Partei ist selbst erklärte Gegnerin von Leihmutterschaft, auch er selbst äußerte sich in der Vergangenheit mehrmals ablehnend.
Es folgte Kritik in den sozialen Medien, vonseiten der anderen Parteien und der für die Union so wichtige Kirche. Auch die ausländische Presse berichtet über den Fall. Dann meldeten sich auch immer mehr Parteikolleg:innen zu Wort und forderten Spahns Rücktritt. Dem ist er nun gefolgt. Am Samstagmittag wurde ein Schreiben von Spahn an die Mitglieder CDU/CSU-Fraktion bekannt, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag, in dem er seinen Rückzug bekannt gab. Am Vortag hatte Bundeskanzler Merz bereits angekündigt, am Montag im Präsidium über die Causa Spahn reden zu wollen. Spahn ist kein Mitglied des Präsidiums, als Fraktionsvorsitzender nimmt er dennoch gewöhnlich daran teil. Diesmal wird das jedoch nicht der Fall sein. Das zeigte schon: Es wird brenzlig für Spahn.










