Auf der mit 205,8 Kilometern längsten Etappe dieser Tour steht nicht Max Kanter (XDS Astana Team) im Vordergrund, sondern der Plan seiner Mannschaft. Kanter rollt im Gruppetto ins Ziel – 154., 24:52 Minuten zurück. Den Sieg holt Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) mit einem Wheelie über die Ziellinie; dahinter jubelt Astana: Kanters Teamkollege Harold Tejada wird Zweiter.

Nach schnellem Beginn setzt sich eine große Fluchtgruppe ab. Weil das Team des Grün-Trägers sie nicht mitträgt, wächst die Spitze auf 57 Fahrer an; das Hauptfeld mit dem Gelb-Träger und den Favoriten verliert über sieben Minuten. Damit geht der Sieg an einen Ausreißer – und Tejada sitzt mittendrin, dort, wo ihn sein Team haben will.

Der Plan geht auf – bis auf das letzte Körnchen

Am Ballon d'Alsace, 30 Kilometer vor dem Ziel, lichtet sich die Spitze. 16 Kilometer vor Schluss attackiert Schmid, Tejada reagiert sofort und hängt sich an sein Hinterrad. Weil die Verfolger sich nicht einig sind, kommt das Duo davon; 200 Meter vor dem Ziel eröffnet Schmid den Sprint – und für Tejada reicht es nicht ganz.„Haben unseren Job erledigt, wollten unseren Bergfahrer in die Gruppe setzen, das ist uns geglückt. Schade, dass im Sprint das letzte Körnchen gefehlt hat“, so Kanter zur OAZ. Mit „unserem Bergfahrer“ meint er Tejada.Im Gesamtklassement bleibt Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) in Gelb. Bester Deutscher ist weiter Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe), 4:44 Minuten zurück. Er verliert einen Rang und ist nun Siebter, weil Tom Pidcock (Pinarello Q36.5) vom zehnten auf den vierten Platz vorrückt. In der Punktewertung bleibt Kanter mit 239 Punkten Fünfter.