Es bleibt dabei: Weder der Palast noch Prinz Harry und seine Frau Meghan werden Bilder von dem Versöhnungstreffen mit König Charles III. und Königin Camilla veröffentlichen. Darauf haben sich beide Seiten geeinigt. Diskretion ist ein hohes Gut, und der Kurzbesuch der Familie Sussex könnte zum Lackmustest für alle künftigen Treffen und Auftritte von Vater und Sohn mit ihren Ehefrauen werden. Zu oft wurde das Vertrauen gebrochen, der engere Kreis der Königsfamilie hat sich auch deshalb klar gegen die Abtrünnigen mit momentanem Wohnsitz Kalifornien positioniert. An erster Stelle der Thronfolger Prinz William, der die Gelegenheit des Treffens seines jüngeren Bruders Harry beim König nutzte und sich am vergangenen Freitag mit seiner Frau Catherine bei einem Polospiel zeigte.Polo hat eine lange Tradition im Königshaus, doch allzu oft hat William nicht die Zeit dafür. Und so hieß es auch, dass es ein „sehr, sehr seltenes Ereignis“ sei, dass der Thronfolger in den Sattel steigt, wenn auch für einen guten Zweck. Wie meist trug er dabei die Nummer vier und spielte in der Verteidigung.Meghan und die Kinder Archie und Lilibet ließen sich nicht sehenWollte der Vierundvierzigjährige damit bewusst ein öffentlichkeitswirksames Zeichen setzen? Er in Windsor, Vater und Bruder gut 100 Kilometer entfernt bei ihrem Treffen in Highgrove House, dem privaten Landsitz des Königs in der Grafschaft Gloucestershire? Williams Polospiel indes war sicher länger schon geplant als der Abstecher von Harry, Meghan wurde eigens mit den Kindern Archie und Lilibet aus Kalifornien eingeflogen. Die drei entschwanden auch wieder dorthin, ohne dass sie auch nur einmal gesehen worden wären.Auf der blauen Matte: Harry verabschiedet sich aus dem Königreich mit einer Yogastunde mit Ziegen.dpaHarry blieb noch einen Tag länger im Königreich und entspannte sich am Samstag beim Ziegen-Yoga. Es war eine Art Pflichttermin und weniger eine familientherapeutische Sitzung im Nachgang zu dem Treffen mit Vater und Schwiegermutter. Zur Session der Organisation Scotty’s Little Soldier, die sich um Familien verstorbener Militärangehöriger kümmert, gehörte auch die Zwiesprache mit einer Ziege – einem Tier möglichst lange in die Augen zu schauen. Es war Harrys letzter Termin nach einer Woche im Königreich.Wimbledon stand nicht in seinem Terminkalender, der Sonntag in der königlichen Loge am Tennisplatz gehörte Williams Familie. Nur der kleine Louis fehlte, als Catherine als Schirmherrin des „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ nach dem Herrenfinale den Pokal an den Sieger Jannik Sinner überreichte, nachdem der Italiener wieder einmal den Deutschen Alexander Zverev geschlagen hatte.Vor 100 Jahren: Der spätere König Georg VI. (links) tritt mit seinem Doppelpartner Louis Greig in Wimbledon an.Picture AllianceAuch Tennis hat Tradition im Königshaus: Der Großvater von Charles III. trat sogar selbst vor 100 Jahren bei dem berühmten Turnier an. Der damalige Herzog von York, der spätere Georg VI., spielte mit Louis Greig im Doppel, die beiden schieden aber schon in der ersten Runde aus. 1926 war der damalige Prinz nur der Zweitgeborene und ahnte nicht, dass sein älterer Bruder einmal eine geschiedene Amerikanerin heiraten und abdanken würde.Meghan kehrt zurück ins FernsehenDie Amerikanerin Meghan hat sich zuletzt rar gemacht, die ehemalige Schauspielerin kehrt nun aber bald schon ins Fernsehen zurück. Am Dienstag wurde bekannt, dass sie in gut einer Woche zu den Juroren der Kochsendung „Master-Chef Australia“ gehören wird. Die Sendung wurde schon im April aufgezeichnet, als das Herzogspaar von Sussex durch Australien tourte.Es sei so eine großartige Show, wurde Meghan in einer Stellungnahme des Senders Channel 10 zitiert. Was sie an der Sendung noch gereizt habe? „Zwei Dinge: meine Liebe zum Essen und meine Liebe zu Australien“, so die Vierundvierzigjährige. Die Kandidaten der Kochshow sollen in der einmaligen Meghan-Folge aus ausgewählten Zutaten wie Karotten, Rosenkohl, Sellerie, Honig, Macadamianüsse, Quitten, Zitronen, Äpfel, Mandarinen und Erdbeeren ein Gericht kreieren, das einer Herzogin würdig ist, wie es heißt.Die Begeisterung in den sozialen Medien hielt sich in Grenzen. Viele Fans der Sendung beschwerten sich darüber, dass eine Frau, die doch gar nicht kochen könne, überhaupt als Jurorin eingeladen wurde. Ob sie kochen kann, ist ungewiss, Meghan kocht und backt aber trotzdem, zum Beispiel jedes Jahr Anfang Juli und Ende August einen traditionellen britischen Zitronen-Drizzle-Kuchen, wie Harry nach seinem Ziegen-Yoga erzählte. Dabei packe die ganze Familie mit an, zu Ehren von Harrys Mutter Prinzessin Diana. Mit dem Kuchen werde alljährlich ihr Geburtstag am 1. Juli gefeiert, und er komme auch an ihrem Todestag, dem 31. August, auf den Tisch, erzählte Harry – gerade weil ihm Traditionen besonders wichtig seien.Die erste Königin von Bayern: Das Porträt aus dem Jahr 1803 zeigt Karoline von Baden mit einem ihrer Kinder.Picture AllianceIm Haus Bayern wurden in dieser Woche gleich zwei Geburtstage gefeiert. Am Dienstag der 250. von Karoline von Baden. Sie war die erste Königin von Bayern, die 1797 den verwitweten Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken geheiratet hatte, den späteren bayerischen König Max I. Joseph. Die beiden verstanden sich trotz 20 Jahren Altersunterschieds sehr gut, wovon Hunderte Briefe bis heute zeugen. Karoline bekam acht Kinder, unter ihnen zweimal Zwillinge. Zwei ihrer Töchter sind besonders bekannt: Sophie und Ludovika. Die eine war die Mutter des späteren Kaisers Franz Joseph I., die andere die Mutter von dessen Frau Elisabeth, genannt Sisi.Am Mittwoch beging der heutige Chef des Hauses Wittelsbach seinen 93. Geburtstag: „S. K. H. Herzog Franz von Bayern“. Sein Vater Albrecht war der Sohn des letzten bayerischen Kronprinzen Rupprecht. Da sich dieser schon früh gegen den Nationalsozialismus stellte, ging die Familie ins Exil nach Ungarn. Dort wurde sie nach der deutschen Besetzung von der Gestapo im Oktober 1944 verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Franz war damals elf Jahre alt.1996 folgte er als Familienoberhaupt seinem Vater nach. Die Nachfolge hingegen ist etwas komplizierter: Franz Herzog von Bayern lebt mit seinem Partner Thomas Greinwald in einem Teil von Schloss Nymphenburg. Da er keine Kinder hat und sein jüngerer Bruder Max Emanuel auch nicht, kommt die Linie des dritten Sohns des letzten Königs von Bayern, Ludwigs III., zum Zuge: erst Luitpold Prinz von Bayern und dann dessen erstgeborener Sohn Ludwig.