Das Familiendrama im Hause Windsor um die Versöhnungsversuche zwischen König Charles III. und seinem zweitgeborenen Sohn Harry, Herzog von Sussex, schreibt immer neue Kapitel. In diesem Sommer hätte eine Sommerreise Harrys, seiner Frau Meghan und der gemeinsamen Kinder Archie und Lilibet nach Großbritannien führen sollen. Das hätte die Gelegenheit einer Begegnung mit dem Monarchen geboten, der seine Schwiegertochter seit der Beerdigung seiner Mutter Elisabeth II. vor fast vier Jahren nicht mehr gesehen hat und der seinen fünf und sieben Jahre alten Enkeln ebenfalls seit vier Jahren nicht mehr begegnet ist.Doch die vom fernen Kalifornien, wo die Sussexes in Montecito ihren Wohnsitz haben, ins Vereinigte Königreich gesendeten Hoffnungszeichen wurden vor einer Woche von einem schrillen Stopp-Ton unterbrochen: Harry ließ wissen, er werde alleine nach London kommen müssen, da die englischen Polizeibehörden nicht bereit seien, seiner Familie den aus seiner Sicht notwendigen, lückenlosen Personenschutz zu gewähren.Die Invictus-Spiele als AnlassWährend des vergangenen Wochenendes waren aus Kalifornien wieder versöhnlichere Überlegungen zu hören. Womöglich könnten ja Meghan und die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt anreisen, um Harry auf einem Teil seiner Reiseroute zu begleiten. Den offiziellen Anlass von Harrys Besuch bilden die Invictus-Spiele, ein von ihm ins Leben gerufener wohltätiger Sportwettkampf für versehrte Soldaten.Außerdem ließ der Herzog von Sussex am Montag wissen, er sei gerne bereit, das Angebot seines Vaters anzunehmen, während seines Londoner Aufenthalts im Buckingham-Palast unterzukommen. Diesem Sachverhalt widersprach allerdings alsbald ein Sprecher des Königshauses: Harry könne im Lauf dieser Woche im Palast keine Unterkunft finden. Der Sender BBC berichtete unter Berufung auf „königliche Kreise“, König Charles habe zwar vor Wochen das Angebot nach Amerika übermittelt, die Herzogsfamilie in einer der königlichen Residenzen zu beherbergen, doch habe der Herzog darauf nicht mit einer förmlichen Antwort reagiert.Streit um den PersonenschutzNun sei der Termin dafür verstrichen und man habe dem Herzog auch mitgeteilt, dass eine Übernachtung im Palast nicht länger möglich sei. Man benötige eine gewisse Mindestzeit, um sicherzustellen, dass Gäste beherbergt werden könnten und Personal aus dem königlichen Haushalt zur Verfügung stehe. Aus Harrys Umgebung hieß es darauf wiederum, man sei „enttäuscht“, dass das Angebot des Vaters „nun zurückgezogen“ worden sei.In der Frage des Personenschutzes für ihn selbst, aber auch für die Mitglieder seiner Familie, führt Harry einen langen Streit mit Londoner Behörden. Er klagte erfolglos vor Gericht gegen die Entscheidung, ihn aus dem Kreis jener Mitglieder der Königsfamilie herauszunehmen, die lückenlosen Personenschutz genießen.Der Ausschuss der Sicherheitsbehörden, der für den Schutz besonders gefährdeter Personen im Vereinigten Königreich zuständig ist, hatte nach dem Umzug der Herzogsfamilie nach Amerika entschieden, ihre Bewachung durch Personenschützer werde künftig „von Fall zu Fall“ entschieden, da sie keine aktiven Mitglieder der Königsfamilie mehr seien. Vor einigen Monaten hatte das Einschätzungsgremium zwar mitgeteilt, es werde diese Einstufung überprüfen, allerdings ist noch kein Ergebnis dieser Prüfung bekannt geworden.Besuch am Grab der MutterDie Reiseroute Prinz Harrys sieht nach dem Aufenthalt in London Stationen in Birmingham und offenbar auch einen Besuch in Althorp vor, dem Familiensitz der Spencers, der Familie seiner Mutter Diana, die dort auf einer Insel im Schlosspark auch ihre letzte Ruhestätte hat. Ob und unter welchen Umständen eine Begegnung von König Charles III. mit Harrys Familie außerhalb Londons stattfinden könnte, ist offen; weder der Palast, noch die Umgebung der Herzogsfamilie haben dazu bislang Andeutungen oder Angaben gemacht.
Neuer Streit um Prinz Harrys Besuch in London
Prinz Harry wollte seine Familie zum Versöhnungsbesuch mit nach London bringen. Doch nun stören sich beide Seiten an immer neuen Hürden.














