Der Einsturz der Morandi-Brücke in Genua erschütterte 2018 ganz Italien, 43 Menschen kamen ums Leben. Exprtertenuntersuchungen belegten, dass die Brücke mangehalft gewartet worden und schwer beschädigt war. Acht Jahre später verkündet das Gericht nun seine Urteile in dem Fall mit 57 Angeklagten.
Das Gericht sprach den früheren Topmanager der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, schuldig und verurteilte ihn zu zwölf Jahren Haft. Der 66-Jährige sitzt wegen eines tödlichen Busunglücks auf einer anderen Autobahn bereits im Gefängnis.Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Castellucci 18 Jahre und 6 Monate Haft gefordert. Sie legte dem einstigen Topmanager zur Last, bereits seit 2009 von Mängeln gewusst zu haben. Die Anklage beschrieb ihn als Alleinherrscher, der das Unternehmen wie sein »Königreich« geführt habe. Wichtiger als eine sichere Infrastruktur sei ihm der Profit gewesen. Die Verteidigung hingegen sprach von einem nicht erkennbaren Konstruktionsfehler an einem der Pfeiler. Castellucci selbst sagte: »Ich fühle mich verantwortlich, aber nicht schuldig.«
Trotz des massiven öffentlichen Drucks trat er als Chef der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia (ASPI) erst ein Jahr nach der Katastrophe zurück – gegen eine Abfindung von 13 Millionen Euro. Inzwischen wurde er bereits wegen eines anderen Unglücks auf einer ASPI-Autobahn zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei kamen 2013 in Süditalien 40 Menschen ums Leben, als ein Bus auf einer Brücke durch die Leitplanken brach.










