Im Sommer 2018 bricht in Genua eine Autobahnbrücke zusammen. 43 Personen sterben. Jetzt sind die Urteile gegen die damals Verantwortlichen da. Der Hauptangeklagte sitzt bereits im Gefängnis.16.07.2026, 14.34 Uhr2 LeseminutenIn Genua war am 14. August 2018 die Brücke Ponte Morandi plötzlich zusammengekracht.Stefano Rellandini / Reuters(dpa) Acht Jahre nach dem tragischen Einsturz einer Autobahnbrücke im norditalienischen Genua, bei dem 43 Personen ums Leben kamen, ist der Hauptangeklagte zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Hafenstadt sprach den früheren Chef von Italiens Autobahngesellschaft, Giovanni Castellucci, schuldig. Der 66-Jährige sitzt wegen eines tödlichen Busunglücks auf einer anderen Autobahn bereits im Gefängnis.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Castellucci 18 Jahre und 6 Monate Haft gefordert. Sie legte dem einstigen Top-Manager zur Last, bereits seit 2009 von Mängeln gewusst zu haben. Die Anklage beschrieb ihn als Alleinherrscher, der das Unternehmen wie sein «Königreich» geführt habe. Wichtiger als eine sichere Infrastruktur sei ihm der Profit gewesen. Die Verteidigung hingegen sprach von einem nicht erkennbaren Konstruktionsfehler an einem der Pfeiler. Castellucci selbst sagte: «Ich fühle mich verantwortlich, aber nicht schuldig.»Trotz dem massiven öffentlichen Drucks trat er als Chef der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia (ASPI) erst ein Jahr nach der Katastrophe zurück, gegen eine Abfindung von 13 Millionen Euro.600 Menschen verloren ihr ZuhauseIn Genua war am 14. August 2018 um 11 Uhr 36 die Brücke Ponte Morandi, die seit mehr als einem halben Jahrhundert mitten durch die Stadt führte, plötzlich zusammengekracht. Auf einer Strecke von 200 Metern stürzte die Fahrbahn nach unten. Autos und Lastwagen wurden 45 Meter in die Tiefe gerissen. Grund war laut einem Expertenbericht, dass die 1967 eröffnete Schrägseilbrücke wegen mangelhafter Wartung schwere Schäden hatte. Der Prozess gegen insgesamt 57 Beschuldigte dauerte vier Jahre.Bei der Katastrophe starben nicht nur Autofahrer, die auf der Brücke waren, sondern auch mehrere Menschen am Boden. Sie wurden von herabstürzenden Betonteilen erschlagen. Zudem gab es 16 Verletzte. Etwa 600 Anwohner verloren ihr Zuhause. Mehrere Häuser mussten abgerissen werden, weil sie unter akut einsturzgefährdeten Brückenpfeilern lagen. Die restlichen Teile des Ponte Morandi, benannt nach dem Erbauer Riccardo Morandi, wurden schliesslich kontrolliert gesprengt.
Zwölf Jahre Haft wegen Brückeneinsturz in Genua
Im Sommer 2018 bricht in Genua eine Autobahnbrücke zusammen. 43 Personen sterben. Jetzt sind die Urteile gegen die damals Verantwortlichen da. Der Hauptangeklagte sitzt bereits im Gefängnis.










