Frankreich legalisiert die aktive Sterbehilfe. Doch der Kampf um ein weniger schmerzhaftes Lebensende ist nicht vorbei.
Sterbehilfe-Set, das in belgischen Apotheken bereits verkauft wird
Etienne Ansotte/Belga/dpa
L ange hat es gedauert, bis Frankreich die Sterbehilfe legalisiert. Zahllos waren die Familien, die ihre dramatischen, ausweglosen Situationen schilderten, weil Angehörige unheilbar krank waren und deswegen zusätzlich litten, weil ihnen niemand dabei helfen durfte, eine oft lange und qualvolle Agonie zu beenden. Wer dennoch heimlich zu Hause oder im Krankenhaus eine aktive oder passive Sterbehilfe leistete, musste mit einem Prozess rechnen. Die Hilfe beim Suizid blieb bis jetzt eine Straftat.
Viele Familien, die inständig hofften, dass es ihren schwer leidenden Angehörigen ermöglicht wird, sich mit medizinischer Unterstützung aus einem unerträglich gewordenen Lebensende zu verabschieden, atmen nun auf. Ebenso Ärzte und Pflegende, die sich in dieser Situation ohnmächtig fühlten. Anderen im Bereich des Pflegepersonals, die im Gegenteil bereits gegen die Legalisierung der Sterbehilfe eigene Gewissensbisse geltend machen, versichert die gesetzgebende Nationalversammlung, dass niemand zu einer direkten Mithilfe beim Sterben gezwungen werde. Das muss reichen, um die die religiösen und moralischen Einwände zu entkräften.










