„Unterlassener Hitzeschutz kostet Menschenleben“Die Diakonie Deutschland appelliert an die Politik, mehr Geld für den Hitzeschutz sozialer Einrichtungen bereitzustellen. Bund, Länder und Kommunen müssten Hitzeschutz als Pflichtaufgabe in die Klimaanpassungsplanung aufnehmen, forderte Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch am Donnerstag in Berlin. Der Bund müsse Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität für den Schutz sozialer Einrichtungen bereitstellen.„Unterlassener Hitzeschutz kostet Menschenleben“, erklärte Schuch. Hitzeschutz in Pflegeheimen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sei „kein Luxus, sondern überlebenswichtig“. Der Schutz von Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderungen und Personal erfordere eine dauerhafte Aufnahme der Kosten in die Regelfinanzierung sowie finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung der mehr als 100.000 Sozialimmobilien der Freien Wohlfahrtspflege.Auswirkungen der Klimakrise seien zudem eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, erklärte die Diakonie Deutschland, da Menschen mit geringem Einkommen besonders häufig unter den Folgen extremer Hitze litten. Wohnungen in sozial benachteiligten Quartieren heizten sich im Sommer übermäßig auf, Grünflächen und kühlende Rückzugsorte fehlten hingegen. „Klimaanpassung darf keine freiwillige Zusatzaufgabe bleiben, sondern muss Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge werden“, sagte Schuch.Lesen Sie dazu auch den Text unserer Kollegin Theresa Weiß, die mit der Rentnerin Gertrud Saul über die Angst vor der Hitze gesprochen hat.Robert DikomeitBlitz schlägt ein – Frau erleidet StromschlagBei einem Blitzeinschlag in Baden-Württemberg hat eine Frau einen Stromschlag erlitten. In der Nacht auf Mittwoch hielt die 43-Jährige im Landkreis Ravensburg ihr Handy in der Hand, während es zum Laden an einer Steckdose angeschlossen war, wie die Polizei mitteilte. Sie wurde leicht verletzt und begab sich selbstständig in ein Krankenhaus. Durch den Blitz verschmorten zudem mehrere Stromkästen im Ort Aitrach, aus Steckdosen wurden teilweise Stichflammen gemeldet.Bei Vogt, ebenfalls im Landkreis Ravensburg, schlug in der Nacht ein weiterer Blitz in einen Strommast ein. Ein Transformator verschmorte, mehrere Haushalte waren während der Reparaturarbeiten zeitweise ohne Strom. Umgestürzte Bäume sorgten im ganzen Landkreis zudem für kurzzeitige Verkehrsbehinderungen. Deutschlands Landschaften kühlen nicht mehr so gut – Neue MessungenNaturschützer sind alarmiert: In Deutschland verlieren Landschaften in der Klimakrise zunehmend ihre natürliche kühlende Schutzfunktion, heißt es in einer am Mittwoch in Stuttgart vorgestellten Studie. „Die Verwundbarkeit steigt an“, sagte der Biologe und Studienautor Pierre Ibisch mit Blick auf die Ökosysteme in allen Bundesländern.„Viele Regionen verlieren ihre Fähigkeit, Hitze zu mildern, Wasser in der Landschaft zu halten und die Folgen der Klimakrise abzufedern“, so der Professor für Sozialökologie der Waldökosysteme an der Hochschule in Eberswalde.Blaualgen in Bodensee-Seitenarm nachgewiesenIn einem Seitenarm des Bodensees in Lindau sind Blaualgen nachgewiesen worden. Die Auswertung von Wasserproben habe bestätigt, dass die grün-braunen Schleimklumpen auf der Wasseroberfläche aus benthischen Cyanobakterien der Gattung Oscillatoriales bestehen, teilte das Landratsamt Lindau mit. Das Gesundheitsamt rät deshalb weiterhin davon ab, im Kleinen See zu baden. Zuvor hatten „Südkurier“ und SWR darüber berichtet. Die umgangssprachlich auch als Blaualgen bezeichneten Cyanobakterien können Giftstoffe bilden. Beim Menschen können sie Hautreizungen oder nach dem Verschlucken von Wasser Durchfall auslösen. Für Hunde können die Toxine stark gesundheitsgefährdend sein. Das Landratsamt empfiehlt deshalb, Hunde vom Kleinen See fernzuhalten.Begünstigt wird das Wachstum der Cyanobakterien nach Angaben des Gesundheitsamts durch die derzeit hohen Wassertemperaturen und den hohen Nährstoffgehalt des Wassers. Die Bakterien wachsen normalerweise auf Steinen und Wasserpflanzen am Gewässergrund. Durch die Hitze können sich die schleimigen Beläge lösen und an die Wasseroberfläche treiben.Entwarnung für offizielle BadestellenDie Situation werde weiter beobachtet. Sollte die Konzentration der Blaualgen deutlich zunehmen, könnten weitere Maßnahmen erforderlich werden, teilte das Landratsamt mit. Der Kleine See liegt zwischen der Lindauer Insel und dem Festland. Waldbrand in Müritz-Nationalpark breitet sich weiter ausDer Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter ausgebreitet. Zuletzt waren rund 150 Hektar betroffen, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Mittwoch in Neubrandenburg mitteilte. Das Feuer wurde demnach zunehmend größer. Die Ortschaft Granzin mit knapp 400 Einwohnern blieb vorerst evakuiert. Rund 200 Einsatzkräfte waren laut Landkreis vor Ort.Der Landkreis stellte bundesweit Anfragen nach 150 sogenannten Kreisregnern, mit denen eine weitere Ausdehnung verhindert werden soll. Der Brand war am Montag ausgebrochen. Einsatzkräfte evakuierten Granzin daraufhin erstmals, hoben die Anordnung später aber zunächst wieder auf. Am Dienstag wurde der Ort erneut evakuiert. Die Brandursache war weiter unklar. Da sich in dem Gebiet alte Munition befindet, waren Spezialisten dafür im Einsatz.Bund startet Warnsystem für Niedrigwasser – „Unsere wertvollste Ressource“Angesichts zunehmender Trockenheit in Deutschland hat die Bundesregierung ein bundesweit einheitliches Informationssystem für Niedrigwasser gestartet. ​Die neue Plattform mit dem Namen NIWIS (Niedrigwasserinformationssystem) soll einen Überblick über die aktuelle Lage bei Flüssen und Grundwasser ⁠geben und so die Vorsorge verbessern. „Wasser ist unsere wertvollste Ressource“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider am Mittwoch in Berlin. Niedrige Pegelstände und ausgetrocknete Böden seien wegen des Klimawandels längst keine Ausnahme mehr. „Wir haben in Deutschland in den letzten 25 ‌Jahren 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren“, sagte der SPD-Politiker. Wasserknappheit müsse daher früher erkannt werden. Mit NIWIS (https://niwis-online.de/) werde eine Grundlage geschaffen, damit Länder, Kommunen und die Wasserwirtschaft rechtzeitig handeln könnten.„Die Folgekosten von Wasserknappheit sind erheblich“, betonte Schneider. ‌Er verwies auf Studien, wonach bis ‌2050 ohne Gegenmaßnahmen volkswirtschaftliche Schäden von 625 Milliarden Euro oder rund 25 Milliarden Euro jährlich entstünden. Darin eingerechnet seien Ernteausfälle, steigende Wasserpreise und unterbrochene Lieferketten bei Niedrigwasser. „Aber auch bei der Debatte um Ansiedlung von Tech-Unternehmen oder Rechenzentren geht es längst nicht mehr nur ​um Energie und Fachkräfte, es geht auch immer um ⁠die Verfügbarkeit von Wasser“, sagte Schneider.Die neue Plattform führt tagesaktuell Daten aus Bund und Ländern zusammen. Bislang lagen Informationen zur Niedrigwasserlage nur regional ​und methodisch uneinheitlich vor. NIWIS bereitet den Angaben zufolge Daten zu Wasserständen, Bodenfeuchte und Niederschlägen bundesweit vergleichbar auf.Warnung vor einem „Super El Niño“Trockenheit oder zu viel Niederschlag - diese gegensätzlichen Herausforderungen könnten in den kommenden Monaten verschiedene Weltregionen beschäftigen. Grund dafür: Das Wetterphänomen El Niño, das im Juni begonnen hat. Dieses geht auf eine Erwärmung des tropischen Pazifik zurück, die weitreichende Auswirkungen für Wetter und Klima hat.Übersetzt heißt El Niño „das Kind“, mit Bezug auf das Christkind, weil es seinen Höhepunkt oft um die Weihnachtszeit erreicht. Typischerweise dauert das Wetterphänomen zwischen neun und zwölf Monaten und tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Das Phänomen beeinflusst Temperaturen und Niederschlagsmuster auf der ganzen Welt. Das letzte El-Niño-Phänomen gab es 2023/24. El Niño verändert globale Wettermuster und führt auch immer wieder zu Extremwetter. In einigen Regionen Lateinamerikas, dem südlichen Afrika sowie Indonesien, den Philippinen und Australien ist eine typische Auswirkung weniger Regen und Trockenheit. In anderen Regionen der Welt kann das Wetterphänomen zu mehr Niederschlag und einem erhöhten Risiko für Überschwemmungen führen, beispielsweise in Peru, Ostafrika oder südlichen Teilen der USA.Schwer zu sagen, wo die Auswirkungen spürbar werdenWo und wann genau sich die Auswirkungen zeigen, ist schwer vorherzusagen. Auf das Wetter in Europa wirkt sich das Phänomen hingegen weniger stark aus. Besonders im Sommer hat es kaum Einfluss, im Winter kann es laut Deutschem Wetterdienst allerdings zu Ostwind führen. Studien zeigen, dass El-Niño-Ereignisse weltweit ökonomische Schäden von mehreren Billionen Euro verursachen.In diesem Jahr könnte das Phänomen besonders stark auftreten. Vorhersagen gehen von einem „starken“ oder sogar „sehr starken El Niño“ aus, sagt Alvaro Silva, Wissenschaftler bei der Weltwetterorganisation (WMO). Je intensiver das Ereignis, desto wahrscheinlicher werden auch Extremwetterereignisse von ihm ausgelöst. Einige Wissenschaftler sprechen im Zusammenhang mit dem aktuellen El Niño auch von einem „Super El Niño“. Forschende gehen davon aus, dass das Phänomen alle zehn bis 15 Jahre besonders stark auftritt. Stromausfall und überflutete Straßen nach schwerem Unwetter in ReutlingenDie baden-württembergische Stadt Reutlingen ist am frühen Mittwochmorgen von einem schweren Unwetter mit Hagel getroffen worden. In Teilen der Stadt fiel vorübergehend der Strom aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Durch den starken Regen und den Hagel seien außerdem Abflussschächte vollgelaufen und Straßen teilweise überflutet worden.Die Polizei sperrte die Straßenabschnitte ab. Feuerwehr und Polizei waren am Mittwoch weiter im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Es gab keine Meldungen über Verletzte.Schon seit Montag ziehen Unwetter über Deutschland. Für den Mittwoch erwartet der Deutsche Wetterdienst von Oberschwaben bis in den Süden Oberbayerns gewittrige Regenfälle. Ab dem Nachmittag kann es demnach in der Südhälfte Deutschlands einzelne starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen geben. Wetterbehörde: Heißeste erste Sommerhälfte in Spanien seit Beginn der Aufzeichnungen Das spanische Festland hat in der ersten Sommerhälfte die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961 verzeichnet. Die Durchschnittstemperatur vom 1. Juni bis 15. Juli lag bei 24,5 Grad Celsius und damit 3,3 Grad höher als der Referenzwert von 21,2 Grad Celsius für den Zeitraum 1991–2020, wie der Sprecher der spanischen Wetterbehörde Aemet, Rubén del Campo, der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mitteilte.„Praktisch alle Tage im Sommer 2026 haben bisher in ganz Spanien Temperaturen verzeichnet, die über dem normalen Durchschnitt liegen“, teilte Aemet im Onlinedienst X mit. Auf dem spanischen Festland wurden zudem die höchsten täglichen Durchschnittstemperaturen und die höchste durchschnittliche Mindesttemperatur für einen Juni seit mindestens 1950 registriert.Spanien ist besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Im vergangenen Jahr zerstörten Waldbrände in dem Land nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fast 400.000 Hektar Vegetation, acht Menschen kamen ums Leben. Bei einem Waldbrand in der andalusischen Provinz Almería starben in den vergangenen Tagen 13 Menschen. In Franken kam es am Dienstagabend zu schweren Unwettern. Bäume stürzten um, Keller liefen voller Wasser und mehrere Menschen wurden verletzt. Mehr dazu können Sie hier lesen:https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/unwetter-in-franken-sorgt-fuer-schaeden-und-mehrere-verletzte-accg-201031436.htmlMehr ladenTickarooLive Blog Software