Im Juni dieses Jahres hatte eine Hitzewelle Europa fest im Griff. In Deutschland stiegen die Temperaturen auf bis zu 41,7 Grad – ein neuer Rekord für den Monat. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts kostete dies während der zweiwöchigen Periode 5120 Menschen das Leben. Auch die deutsche Volkswirtschaft nahm Schaden: mindestens 6,3 Milliarden Euro, wie das „Handelsblatt“ berichtet.Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Berechnung des Beratungsunternehmens Prognos. Demnach entfiel mit rund 1,9 Milliarden Euro der größte Anteil auf das verarbeitende Gewerbe, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Handel.Dem Unternehmen zufolge ist die sinkende Produktivität der Mitarbeiter mit 97 Prozent der wichtigste Grund für die Einbußen. Maschinenausfälle oder Lieferkettenprobleme spielen allenfalls eine untergeordnete Rolle. „Die 6,3 Milliarden Euro sind sogar noch eher eine Untergrenze“, sagte Prognos-Experte Lukas Sander dem „Handelsblatt“. Erhöhte Energiepreiskosten seien in der Berechnung noch nicht erfasst. Experten sehen Deutschland schlecht vorbereitet „Wir diskutieren intensiv über Wettbewerbsfähigkeit und Konkurrenz aus China“, sagte der Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Manfred Fischedick, dem „Handelsblatt“. „Gleichzeitig verlieren wir in den Sommermonaten immer häufiger Produktivität durch Hitze. Diese beiden Debatten gehören zusammen.“ Fischedick sieht Deutschland auf das Problem nur unzureichend vorbereitet.Bis zu 20 Milliarden Euro schätzten Experten den wirtschaftlichen Schaden bei drei bis vier vergleichbaren Hitzewellen im Jahr. Die Infrastruktur in Deutschland sei auf diese Temperaturen nicht ausgelegt. (Tsp)