Viele bringen Saucen eher mit winterlichem Essen in Verbindung. Mit klassischer oder gar festlicher Küche. Das ist nicht falsch, aber eben höchstens die halbe Wahrheit, denn wirklich Hochsaison haben Saucen im Sommer.Sie sind die beste Stellschraube, um schnelle, leichte und (vermeintlich) unkomplizierte Gerichte zu adeln. Ein einziger guter Dip kann ein ganzes Biergarten-Picknick zusammenhalten, die richtige Vinaigrette macht einen Salatkopf (oder andere Rohkost) zum Leibgericht, und ein Grillabend – ob mit Fleisch, Fisch oder Gemüse – wird erst mit guten Saucen zum Genuss.Praktisch ist, dass viele sommerliche Saucen flexibel sind. Weil die Rezepte sich leicht abwandeln lassen, zum Beispiel, indem man einen fruchtigeren Essig oder einen schärferen Senf wählt, oder weil man ein Kraut durch ein anderes ersetzt. Zudem passt dasselbe Rezept oft für unterschiedliche Gerichte, Offenheit und Experimentierfreude ersparen da oft viel Arbeit. Ein guter Kräuterquark, Salsa Verde oder ein liebevoll abgeschmeckter Hummus machen sich zu Brot genauso gut wie zu Pellkartoffeln, Rohkost oder Frikadellen. Und viele Salatsoßen schmecken auf Grillgemüse.Weiß und Rosé:15 tolle Sommerweine für unter 15 EuroUnsere Weinautorin empfiehlt ihre Favoriten aus Deutschland und Österreich mit einem fantastischen Preis-Leistungs-Verhältnis.Was braucht man für eine gute Sauce? Gute Zutaten!Was zu der Frage führt, was eine gute Sauce ausmacht. Das ist Geschmackssache, werden viele sagen – und recht damit haben, wenn auch nur zum Teil. Denn gute Sommersaucen leben – abseits von Vorlieben – zunächst von guten Zutaten. Dazu gehören ein paar einfache Lebensmittel wie ein mildes, natürliches Salz (eine Sorte, mit der man routiniert würzt, ist besser als fünf kaum genutzte Sorten), je eine frisch gefüllte Pfeffer- und Chili-Mühle, ein Lieblingssenf, ein solider Imkerhonig, eine nicht zu salzige Sojasauce, ein milder Weißweinessig (also einer, den man pur probieren kann), ein neutrales Pflanzenöl und ein Olivenöl. Ein Nussöl, eine Biozitrone im Gefrierschrank (von der man immer etwas Frische in die Sauce reibt) und Knoblauch gehören dann schon zur Kür im Basislager.Bei Olivenölen gilt es, die preisliche Mitte zu treffen, ein Bioöl mit Oliven von nachvollziehbarer Herkunft reicht aus. Gourmet-Olivenöle für 25 Euro pro Flasche funktionieren dagegen eher wie ein Gewürz (etwa auf besonderem Gemüse), für die meisten Salatsaucen sind sie zu schade. Oft industriell aufbereitete Billigöle wiederum reißen jede Sauce geschmacklich in den Abgrund.Zuletzt sollte man noch mit dem Vorurteil aufräumen, Sommersaucen seien grundsätzlich leicht. Oft bietet ihre Üppigkeit sogar einen reizvollen Kontrast, weil sie Gemüse und Rohkost zu Comfort Food macht. Ein schönes Beispiel ist die köstliche Allzweck-Sauce des kanadischen Kochs Gabe Roberge, die eine kalorisch grundsolide Basis hat: Walnüsse und braune Butter.Dafür etwa 100-125 g Butter in der Pfanne schmelzen und mit 1 Handvoll grob gehackter Walnüsse bei sanfter Hitze 3-4 Minuten goldbraun werden lassen, ohne dass sie verbrennt. In diese Nussbutter wirft man nun im Mengen-Freestyle (bitte nach Gusto abwandeln!) etwa 1 EL gehackte Kapern, den Abrieb, die Filets sowie allen aufgefangenen Saft einer unbehandelten Zitrone, 1 Handvoll frisch gehackte Petersilie, 1 TL Dijon-Senf, 1 TL Honig und 1 guten Schuss Rotweinessig. Alles gut umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauce schmeckt zu vielem, perfekt ist sie auf Ofen- oder Grillgemüse wie Gelbe und Rote Bete.Das braucht man dazu1 EL gehackte Kapern1 Handvoll gehackte Walnüsse1 unbehandelte Zitrone1 Handvoll gehackte Petersilie1 TL Dijon-Senf1 TL Honig1 Schuss RotweinessigSalz, Pfeffer