PfadnavigationHomePanoramaAuto, Pool & RasenMünchen erlässt weitreichendes Wasserentnahmeverbot – Stadt droht mit Bußgeldern bis zu 50.000 EuroStand: 15:58 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Isar in MünchenQuelle: picture alliance/Westend61/Michael MalornyDer Wasserverbrauch liegt weit über dem Normalwert: München verbietet ab sofort Autowäsche, Rasensprengen und das Befüllen von Pools. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder.München erlässt ein weitreichendes Wasserentnahmeverbot. Die Landeshauptstadt hat am Dienstag eine Allgemeinverfügung der Unteren Wasserbehörde in Kraft gesetzt, die Autowäsche außerhalb von Waschanlagen, das Bewässern von Rasenflächen und das Befüllen privater Pools untersagt. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Die Verfügung gilt bis zum 1. August und kann bei anhaltender Trockenheit verlängert werden.Anlass ist ein stark gestiegener Verbrauch: Zuletzt lag er bei mehr als 360 Millionen Litern Trinkwasser pro Tag, normal sind rund 300 Millionen. Lesen Sie auchUntersagt sind neben der Autowäsche und dem Rasensprengen auch das Befüllen von Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Regentonnen sowie das Abspritzen von Terrassen, Hofflächen, Wänden und Dächern durch Privatleute. Haus- und Kleingärten dürfen zwischen 9 und 19 Uhr nicht mehr bewässert werden; ausgenommen von der Zeitbeschränkung ist die Tröpfchenbewässerung. Für Rasen- und sonstige Grünflächen gilt dagegen ein Bewässerungsverbot ohne Zeitfenster. Land- und forstwirtschaftliche Flächen, Friedhöfe und Sportplätze fallen nicht unter die Verbote. Die Entnahme von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben im Stadtgebiet ist für die genannten Zwecke vollständig untersagt, erlaubt bleiben das Schöpfen mit Handgefäßen, das Tränken von Vieh und der landwirtschaftliche Bedarf.Grünen-OB begründet Schritt mit angespannter LageOberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) begründete den Schritt mit der angespannten Lage der Wasserversorgung. „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert“, erklärte er. Er habe deshalb in Abstimmung mit den Stadtwerken München (SWM) und dem Referat für Klima- und Umweltschutz entschieden, „weitergehende, verpflichtende Sparmaßnahmen zu ergreifen“. Wasser sei „unser kostbarstes Lebensmittel“. Für die kommenden Tage angekündigte Gewitter und Regenfälle reichen nach Angaben der Stadt nicht aus, um die Lage zu entspannen.Vorangegangen waren Appelle an die Münchner, freiwillig Wasser zu sparen. Diese blieben nach Angaben einer Sprecherin des Referats für Klima- und Umweltschutz gegenüber „Bild“ ohne Wirkung: Während der hohen Temperaturen Ende Juni sei der Verbrauch nicht gesunken, auch die anschließenden Regenfälle hätten keine Entspannung gebracht. Die Stadt selbst schaltet dem Bericht zufolge zehn wasserintensive Brunnen ab.Lesen Sie auchDie Münchner Verbote fallen in eine bundesweite Debatte über den Umgang mit knapper werdenden Wasserressourcen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) forderte am Sonntag strengere Regeln für die Wasserentnahme. „Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden“, sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Bislang müssen nur kommunale Versorger und Unternehmen Entnahmen genehmigen lassen, die Gartenbewässerung oder das Tränken von Vieh dagegen nicht. Bei Nutzungskonflikten müsse die öffentliche Wasserversorgung Vorrang haben, so Specht.Nach einer vom VKU beauftragten Civey-Umfrage unter 5000 Menschen gaben 64 Prozent an, im Alltag bewusst mit Wasser umzugehen. 35 Prozent würden behördliche Sparempfehlungen „sehr wahrscheinlich“ befolgen, 19 Prozent halten das für eher oder sehr unwahrscheinlich. Für eine gleichmäßige Verantwortung aller Sektoren sprachen sich 60 Prozent aus.rct