Kann das wirklich wahr sein? Bayern, ganz vorne beim Umgang mit NS-Raubkunst? Vorbildlich darin, den Nachfahren der beraubten, jüdischen Sammler endlich Gerechtigkeit zuteilwerden zu lassen? Ihnen also die vielen Bilder zurückzugeben, die Bayerns Museumsdirektoren jahrzehntelang verwaltet haben, die Museumsbesucher unbekümmert betrachten konnten, die aber von Gestapo-Leuten gestohlen oder von verzweifelten Besitzern vor der Flucht oder Deportation zu Spottpreisen verkauft worden waren? Wenn Bayerns Kunstminister Markus Blume die Pläne wirklich umsetzt, die er am Dienstag gemeinsam mit seiner ambitionierten Museumsreform im bayerischen Ministerrat vorgestellt hat, stehen die Chancen nicht schlecht.