Im Fall der aufgehobenen Sperre des US-amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun wirft nun ein neuer Bericht der britischen Times weitere Fragen auf: Demnach soll die Entscheidung nicht – wie zunächst kommuniziert – von einem 18-köpfigen Fifa-Disziplinarkomitee getroffen worden sein, sondern allein vom Vorsitzenden des Komitees, Mohammad al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.Sollte die Times mit ihrem Bericht richtig liegen, stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in einem politisch derart brisanten Fall, bei dem der Druck der Öffentlichkeit immer größer wird, nun ausgerechnet ein einzelner Funktionär die Verantwortung übernommen haben soll. Besonders brisant ist dabei auch der zeitliche Zusammenhang. US-Präsident Donald Trump hatte selbst eingeräumt, Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen und um eine Überprüfung der Sperre gebeten zu haben. Und nur wenig später setzte die Fifa die Sperre zur Bewährung aus – eine Entscheidung, die international heftige Kritik auslöste und Zweifel an der Unabhängigkeit der Sportgerichtsbarkeit weckte.