Die Aufhebung der Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun könnte bei der Fußball-WM weitreichende Folgen haben. Nachdem die Disziplinarkommission der Fifa die automatische Sperre des Angreifers nachträglich zur Bewährung ausgesetzt hatte, prüfen offenbar bereits die nächsten Verbände rechtliche Schritte gegen Schiedsrichterentscheidungen.Nach Informationen englischer Medien beschäftigt sich der englische Fußballverband FA mit der Frage, ob gegen die Rote Karte für Jarell Quansah aus dem Achtelfinale gegen Mexiko Einspruch eingelegt werden kann. Auch Frankreich will laut der Sportzeitung L'Équipe offiziell gegen eine Gelbe Karte von Michael Olise protestieren. Damit droht genau das Szenario einzutreten, vor dem zuletzt mehrere prominente Fußballstimmen gewarnt hatten.

Thomas Tuchel mit harter Kritik an Platzverweis

Quansah war beim 3:2-Erfolg Englands gegen Mexiko in der 54. Minute des Feldes verwiesen worden. Der Schiedsrichter hatte zunächst weiterspielen lassen, zeigte dem Innenverteidiger nach dem Eingreifen des Videoassistenten jedoch die Rote Karte. England musste die Partie anschließend mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl bestreiten.Nationaltrainer Thomas Tuchel hatte die Entscheidung unmittelbar nach dem Spiel scharf kritisiert. Zwar halte er die Aktion selbst nicht für einen Platzverweis, entscheidend sei jedoch, dass Schiedsrichter und VAR gemeinsam eine Tatsachenentscheidung getroffen hätten. Diese müsse Bestand haben, fragte Tuchel damals: „Wer kippt diese Entscheidung – und wann? Und auf welcher Grundlage?“