Ein Team von Wissenschaftler:innen der US-amerikanischen Stanford University hat das Rätsel um das sogenannte Große Sterben vor rund 252 Millionen Jahren offenbar gelöst. Wie in einer in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichten Studie zu lesen ist, war nicht die Versauerung der Meere die primäre Ursache für das größte Massenaussterben der Erdgeschichte.Anzeige

Der Paläontologe Erik Anders Sperling und der Biologe Jose Andres Marquez konnten nachweisen, dass eine Kombination aus steigenden Wassertemperaturen und massiven Sauerstoffverlusten rund 96 Prozent aller damaligen Meeresarten ausrottete. Eine enorm hohe vulkanische Aktivität hatte in dieser Epoche riesige Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre gepumpt und die Weltmeere dadurch stark aufgeheizt.

Bisherige Theorien gingen davon aus, dass das Kohlendioxid das Meerwasser derart sauer machte, dass Schalentiere ihre schützenden Hüllen nicht mehr aufbauen konnten. Die neuen Untersuchungen widerlegen diese Annahme nun weitreichend und rücken stattdessen das Erstickungsrisiko durch überhitzte Gewässer in den Mittelpunkt der paläontologischen Forschung.Anzeige

Stoffwechsel als Überlebensfaktor

Um den wahren biologischen Mechanismus zu beweisen, analysierte das Forschungsteam die physiologischen Eigenschaften von Tiergruppen, die vor und nach dem Massenaussterben in den Meeren dominierten. Die Wissenschaftler:innen setzten verschiedene heute noch lebende Stellvertreterarten in spezielle wassergefüllte Kammern und maßen deren akuten Sauerstoffbedarf bei systematisch zunehmender Wassertemperatur.