Seit 2013 wütet ein Massensterben von Seesternen entlang der nordamerikanischen Pazifikküste von Mexiko bis nach Alaska. Nun hat ein Forschungsteam aus Kanada und den USA die Ursache dieser Katastrophe ermittelt: Die Gruppe um Melanie Prentice von der University of British Columbia in Vancouver macht im Fachblatt Nature Ecology and Evolution das Bakterium Vibrio pectenicida für die Epidemie verantwortlich, die weitreichende ökologische Schäden verursachte.

Das Seestern-Sterben („Sea Star Wasting Disease“, SSWD) sei die größte dokumentierte Epidemie der Meere bei einer nicht-kommerziell genutzten Art, schreibt das Team. Betroffen waren mehr als zwei Dutzend Arten, doch am schlimmsten wütete die Seuche unter den Sonnenblumen-Seesternen (Pycnopodia helianthoides).

Sonnenblumen-Seesterne wie dieser an der kanadischen Westküste sind besonder stark betroffen.

(Foto: Courtesy of Grant Callegari/Hakai Institute)

Die Art war einst von Mexiko bis Alaska weit verbreitet, inzwischen ist sie vielerorts verschwunden und gilt als vom Aussterben bedroht. Das Verschwinden dieser Seesterne löste eine Kettenreaktion aus: Denn dadurch vermehrten sich Seeigel – ihre bevorzugte Beute – massiv. Diese wiederum konnten dadurch unbehindert die Kelpwälder entlang der Pazifikküste abweiden.