Ob im Stadion, bei diplomatischen Besuchen, bei Staatsakten oder Siegerehrungen: wenn Nationalhymnen erklingen, gebietet der Komment, dass Zuschauer aufstehen, etwas Haltung annehmen, den Hut ziehen und, ja, auch mitsingen. Werden die Nationalstückchen gespielt, tut der säkulare Staat kurz so, als hätte er eine Liturgie. Die Kopfbedeckung nimmt man sonst nur in Kirchen ab. An die Stelle des höheren Wesens tritt beim Hymnensingen das Gemeinwesen, seine Geschichte, die Werte, die es ausmachen. Die Hymne ist ein akustisches Staatssymbol, deshalb ist das Verhältnis zu ihr in Deutschland auch mehrfach zu Recht gebrochen.
Nationalhymnen: Wer sind wir? Bitte kurz und blutig
Bei der WM zeigt sich, Nationalhymnen sind mehr als zeremoniell: Sie präsentieren identitätsstiftende Erzählungen voller Pathos. Was Nationalhymnen über Länder verraten.






