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Christina Rietz ist die offizielle Hymnenexpertin der ZEIT-Redaktion für die WM. In diesem Essay erklärt sie, welche Bedeutung Hymnen für die nationale Identität und den Sport haben. Für unseren WM-Newsletter hat sie jeden Tag eine Hymne analysiert. Hier finden Sie all ihre Interpretationen in alphabetischer Reihenfolge.
»Hört, Sterbliche, den heiligen Schrei: Freiheit! Freiheit! Freiheit!« Ayayayyyyyy!!!!!! Caramba! Kann eine Hymne besser beginnen? Nein! Beginnt die argentinische Hymne so? Auch nein! Das sind zwar die ersten Worte, aber weil das Stück so unfassbar lang ist, reicht es bei der WM nur für das einminütige Vorspiel. Danach begänne erst das Singen. Tja, wer sich eine komplette Ouvertüre theatralischster Art leistet, muss mit Kürzungen leben! Zu Beginn des instrumentalen Präludiums teilt sich sozusagen der Vorhang. Es geht langsam los mit sehr staatstragenden Akkorden, man wird einberufen, kann sich vorbereiten und die Hacken zusammenziehen. Sogar Generalpausen gibt’s! So kreiert man Antizipation. Dann plötzlich Tempoverschärfung und währenddessen Crescendi, Läufe in den Bläsern, irgendwo wird jetzt hingerannt! Aber wo? Fanfaren tuten los, dann, nach Trommelwirbeln und Beckengeschepper: Aus, aus, aus! Ist schon blöd, wenn man so abgewürgt wird.






