Es wird voll bei der NationalhymneBislang stehen während der Nationalhymne die 22 Spieler in einer Reihe und singen. Oder sie singen nicht, wenn sie nicht wollen oder die Hymne keinen Text hat. Bei dieser WM sieht das Protokoll vor, dass alle 26 Spieler – also auch alle Ersatzspieler beider Teams – während der Hymnen rund um den Mittelkreis stehen, also insgesamt 52 Spieler.Jetzt neu: Trink- und WerbepausenNach 22 Minuten gibt es bei der WM verpflichtende Trinkpausen. Die sollen drei Minuten dauern und gelten unabhängig vom Wetter oder davon, ob in einem überdachten Stadion gespielt wird. Während dieser Zeit kann im TV Werbung gezeigt werden. Bisher gibt es im Fußball sogenannte Cooling Breaks, die der Schiedsrichter bei sehr hohen Temperaturen anordnen kann, aber nicht muss.Es gibt sehr viele CountdownsDie Fifa führt zu dieser WM die Fünf-Sekunden-Regel, die Zehn-Sekunden-Regel und die 60-Sekunden-Regel ein. Der Reihe nach:– Jeder Abstoß und jeder Einwurf soll innerhalb von fünf Sekunden ausgeführt werden. Geschieht dies nicht, gibt es Eckball oder Einwurf für das andere Team.– Jeder Spieler soll bei einer Auswechslung binnen maximal zehn Sekunden das Feld verlassen. Braucht er länger, muss der Einwechselspieler eine Minute warten, bis er aufs Feld darf.MeinungSomalischer Schiedsrichter:Die erste Einreise-Affäre lässt die Fifa miserabel aussehen– Wenn ein Spieler auf dem Feld behandelt wird, muss er nach der Behandlung das Feld verlassen und 60 Sekunden warten, bis er wieder auf den Platz darf. Eine Rückkehr ist auf Signal des Schiedsrichters auch im laufenden Spiel möglich. Es gibt einige Ausnahmen von der Regel, etwa wenn die Verletzung das Resultat eines Fouls war, das eine gelbe oder rote Karte zur Folge hat. Auch Torhüter sind ausgenommen. Siehe dazu den Punkt weiter unten: „Torhüter unter Beobachtung“.Nicht zu verwechseln sind die Fünf-Sekunden-Regel, die Zehn-Sekunden-Regel und die 60-Sekunden-Regel mit der Acht-Sekunden-Regel. Die galt schon in der abgelaufenen Saison und ist die Zeit, in der die Torhüter den Ball in der Hand halten dürfen. Auch hier wird bei Trödelei ein Eckball als Strafe verhängt. Alle Countdowns bis zehn Sekunden zählt der Schiedsrichter mit der Hand runter.Der direkte Vergleich entscheidetIn der Gruppenphase gibt es eine entscheidende Neuerung. Bei Punktgleichheit entscheidet nicht mehr wie in bisherigen Fifa-Turnieren die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich zwischen den betroffenen Teams. Sollte er unentschieden ausgegangen sein, entscheidet die Tordifferenz aus allen Gruppenspielen, dann die Zahl der geschossenen Tore und schließlich die Fair-Play-Wertung. Diese wurde zuletzt 2018 herangezogen, als Japan mit vier zu sechs gelben Karten vor Senegal das Achtelfinale erreichte. Sollte es auch nach der Fair-Play-Wertung zu einem Gleichstand kommen, qualifiziert sich das bessere Team der Weltrangliste.Die GruppendrittenErstmals qualifizieren sich bei einer WM auch die acht besten Gruppendritten der zwölf Turniergruppen für das ebenfalls neu geschaffene Sechzehntelfinale. Wer dort auf wen trifft, hängt davon ab, welche Gruppendritten sich qualifizieren. Es gibt 495 verschiedene Kombinationen, die Fifa hat hier unter „Annex C“ alle aufgelistet. Sollte Deutschland Gruppensieger werden, könnten die Dritten der Gruppen A, B, C, D oder F Gegner werden. Achtung: In der Rangliste der Gruppendritten zählt mangels eines direkten Vergleiches bei Punktgleichheit die Tordifferenz. Das gibt Teams aus spät spielenden Gruppen einen Vorteil, weil sie wissen könnten, welches Ergebnis zum Weiterkommen reichen würde.Der VAR wird noch mächtigerDie WM ist das erste Turnier, in dem der Videoschiedsrichter auch Eckbälle und zweite gelbe Karten, also Verwarnungen, die zu einer gelb-roten Karte führen, überprüfen darf. Bisher erlaubte ihm das VAR-Protokoll dies nicht.Außerdem sendet die halbautomatische Abseitserkennung bei Abseitspositionen von zehn Zentimetern oder mehr ein Signal direkt an den Assistenten auf dem Feld, der so eine schnellere Abseitsentscheidung treffen soll. Die Abseitstechnologie soll mit von einer KI erstellten 3D-Avataren der Spieler arbeiten und die genaueste bisher sein. Die VAR-Teams sind bei Weltmeisterschaftsspielen in der Regel größer als in der Bundesliga, wo sie normalerweise aus einem VAR und einem AVAR (Assistant Video Assistant Referee) bestehen. Bei der WM kommen mehrere AVARs zum Einsatz.Eine Anpassung für VAR-Liebhaber (sollte es so etwas geben): Der Videoschiedsrichter darf auch Fouls überprüfen, bevor ein Eckball oder ein Freistoß ausgeführt wurde. Bisher durfte er nur im laufenden Spiel eingreifen.Die Senegal-RegelIm Finale des Africa Cups verließen zahlreiche Spieler der senegalesischen Nationalmannschaft im Januar aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz. Als Reaktion auf dieses Verhalten darf der Schiedsrichter von nun an jeden Spieler, der das Feld als Reaktion auf einen Schiedsrichterpfiff verlässt, sofort mit einer roten Karte des Feldes verweisen.Felix Zwayer (rechts) ist als einziger deutscher Referee bei der WM im Einsatz. Kenzo Tribouillard/AFPDie Prestianni-RegelEbenfalls als Reaktion auf einen Vorfall kann jeder Spieler, der in einer „konfrontativen Situation“ die Hand über den Mund hält, die rote Karte sehen. Diese Regel ist eine direkte Reaktion auf den Vorfall zwischen Gianluca Prestianni von Benfica und Vinícius Junior von Real Madrid. Prestianni soll Vinícius in einem Champions-League-Spiel rassistisch beleidigt haben, hielt sich aber im Streit die Hand über den Mund. Gesperrt wurde er trotzdem. Wenn die Unterhaltung „freundlich“ sei, dürfen Spieler weiterhin ihre Hand über den Mund halten, wie Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina erklärte.Die Ballack-RegelDie gibt es schon länger, sie wurde für dieses Turnier aber noch mal angepasst. Michael Ballack verpasste bekanntlich das WM-Finale 2002, weil ihm Schiedsrichter Urs Meier im Halbfinale seine zweite gelbe Karte zeigte. Damit Spieler nicht mehr wegen zweier eher geringfügiger Vergehen in zwei Spielen ein großes Spiel wie ein Finale verpassen, annulliert die Fifa seither nach dem Viertelfinale alle gelben Karten. Das ist auch diesmal der Fall. Zusätzlich werden jetzt wegen des „erweiterten Turnierformats“ auch nach der Gruppenphase alle Verwarnungen gestrichen. Allerdings: Wer zwei gelbe Karten sieht, wird grundsätzlich für ein Spiel gesperrt.Torhüter unter BeobachtungWenn sich Torhüter verletzen, können sie aus nachvollziehbaren Gründen nicht das Feld verlassen und draußen behandelt werden, während das Spiel weiterläuft. Diese Kulanz im Regelwerk hat aber in jüngster Vergangenheit häufig dazu geführt, dass sich Torhüter meist vor der Schlussphase taktisch auf den Boden setzten und „behandelt wurden“, während der Trainer seiner Mannschaft noch mal taktische Anweisungen gab. Die Schiedsrichter bei der WM sind in einem solchen Fall angewiesen, die Spieler davon abzuhalten, in Richtung Trainerbank zu laufen. Fraglich ist aber, ob solche taktischen Verletzungen noch notwendig sind, wenn die Trainer ohnehin jetzt eine Trinkpause dazu zur Verfügung haben.Auswechslung wegen KopfverletzungDas ist keine Neuerung, aber ein Unterschied zum Bundesliga-Alltag. Bei einer schwerwiegenden Kopfverletzung darf der betroffene Spieler ausgewechselt werden, auch wenn die entsprechende Mannschaft ihr Wechselkontingent schon ausgeschöpft hat. Grundsätzlich sind fünf Wechsel in drei Wechselfenstern möglich, in der Verlängerung kommen ein Wechsel und ein Wechselfenster hinzu.
WM 2026: Diese Regeln sind neu
Neue Aufstellung bei der Hymne, Schiedsrichter-Countdowns und eine angeordnete Trink- und Werbepause: WM-Regel-Änderungen in der Übersicht.














