Florian Grauer ist Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche, und wenn er die schwierige Situation auf seinem Fachgebiet in Berlin beschreiben will, reichen zwei Zahlen. „In meiner Praxis rufen am Tag durchschnittlich fünf Familien an, die einen Therapieplatz suchen. Hinzu kommen drei E-Mails.“ Vor lauter Anfragen schafft er es kaum, allen abzusagen. Und die Situation wird noch schlimmer – wenn das GKV-Spargesetz so verabschiedet wird wie geplant. An diesem Freitag steht das Vorhaben von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf der Tagesordnung des Bundestags. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sollen durch das Sparpaket gesenkt werden, damit die Kassenbeiträge nicht weiter steigen. Es trifft die Bereiche des Gesundheitswesens unterschiedlich hart.Patienten werden die Einschnitte in jedem Fall spüren, wenn sie stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden oder einen Facharzt benötigen. Besonders dramatisch dürfte die Entwicklung für all jene werden, die auf eine Psychotherapie angewiesen sind. Und das sind viele. Ihre Zahl hat seit der Corona-Pandemie stark zugenommen. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden noch heute unter den Folgen von Lockdown und Distanzregeln. Es sind bundesweit Hunderttausende.
Ewig warten auf einen Therapieplatz: Wie das neue GKV-Sparpaket Berliner Kinder trifft
Psychotherapeuten in Berlin schlagen Alarm. Durch Budgetkürzungen von Gesundheitsministerin Warken droht ein dramatischer Engpass bei Therapieplätzen. Die Leidtragenden: Kinder und Jugendliche.












