Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, eine Strategie für die mentale Gesundheit junger Menschen zu entwickeln. Doch fehlen der Bundesregierung dafür offenbar wichtige Informationen: Ihr liegen keine validen Daten darüber vor, wie lange Kinder und Jugendliche in Deutschland auf einen Therapieplatz warten. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die Anfrage erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Kritik am sogenannten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz der Bundesregierung. Dieses ist Ende Juli in Kraft getreten und sieht Einsparungen in Milliardenhöhe bei Praxen, Kliniken, Apotheken und in der Pharmabranche vor, aber auch höhere Zuzahlungen und Einschnitte für Versicherte.Das gilt unter anderem für die Psychotherapie: Verbände warnen vor weniger Therapieplätzen und noch längeren Wartezeiten. Davor will die Bundesregierung insbesondere Kinder und Jugendliche schützen. (Lesen Sie hier mehr dazu, was sich bei der Versorgung psychisch Kranker ändern soll.) Gleichzeitig betont die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage, dass die Wartezeit allein nur bedingt geeignet ist, um die Versorgungssituation bei Psychotherapie zu beschreiben.