PfadnavigationHomeSportTennisWimbledon-HalbfinaleJetzt muss Alexander Zverev gegen den Stolz der Briten ranStand: 12:28 UhrLesedauer: 4 MinutenVöllig geplättet und überwältigt von den Emotionen: Arthur Fery Quelle: Marko Djurica/REUTERSNie zuvor war er bei einem Grand-Slam-Turnier in die zweite Runde gekommen. Jetzt steht Arthur Fery, der in der Nähe des All England Clubs aufwuchs, im Wimbledon-Halbfinale. Alexander Zverev ahnt, was auf ihn zukommt.Realisieren kann er noch nicht, was gerade geschieht; was er in den vergangenen Tagen Außergewöhnliches vollbracht hat und dass gerade Träume wahr werden, die mehr Utopien als realistische Ziele waren. Arthur Fery steckt in Wimbledon mittendrin in seinem eigenen Tennis-Märchen. „Es ist jetzt natürlich unwirklich, hier zu spielen“, sagte der 23-Jährige, der im französischen Sèvres vor den Toren von Paris geboren wurde und nur wenige Minuten vom All England Club im Südwesten Londons aufwuchs. Seine ehemalige Schule ist nur rund eineinhalb Kilometer entfernt. Die Schlagzeilen über den Wildcard-Teilnehmer, Sensations-Halbfinalisten und kommenden Gegner von Alexander Zverev im Halbfinale von Wimbledon schreiben sich mit dem Wortspiel für sein Tennis-Märchen fast allein: „Fery-tale“ statt Fairytale (Märchen). Nie zuvor war er bei einem Grand-Slam-Turnier in die zweite Runde gekommen, vor einer Woche noch kannte ihn in der Sportwelt fast niemand – jetzt ist er dank seiner furchtlosen Auftritte ein gefeierter Lokalheld, Publikumsliebling, der große Überraschungsmann und der Stolz der Briten.Nur dank einer Wildcard nimmt der 23-Jährige überhaupt an diesem Turnier teil. Er musste sich also nicht qualifizieren, sondern bekam praktisch eine Einladung vom Veranstalter – und schreibt nun als Außenseiter schon seit Tagen eine außergewöhnliche Geschichte, die am Mittwoch mit einer weiteren Sensation in die Geschichtsbücher Einzug fand: Der frühere College-Spieler von Stanford besiegte den French-Open-Finalisten Flavio Cobolli aus Italien in drei Sätzen. Damit steht er als erster Wildcard-Spieler seit 25 Jahren und damit seit dem Kroaten Goran Ivanisevic, der sich damals sogar den Turniersieg holte, im Halbfinale. Die britischen Tennisfans sind begeistert – bis hoch in die prominentesten und royalen Kreise. Prinzessin Kate schaute ihm in der zweiten Wimbledon-Runde auf einem Außenplatz zu und schrieb nach dem Viertelfinal-Erfolg bei X: „Eine fantastische Leistung, die so viele Menschen inspiriert hat. Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Runde.“Königin Camilla gratulierte ihm nach dem Sieg gegen Cobolli vor Ort. „Es war toll, sie kennenzulernen. Vor Tennislegenden und nun auch vor der Königin zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe ihr gesagt, was für eine Ehre es für mich war, vor ihr zu spielen. Sie sagte: ‚Herzlichen Glückwunsch, mach weiter so’“, schilderte der britische Tennis-Außenseiter seine Begegnung mit der Königin. „Ich habe ihr erzählt, dass ich am Sonntag Geburtstag habe und es daher toll wäre zu spielen.“ Am Männer-Finaltag beim Rasenklassiker in London wird Fery 24 Jahre alt. Als Teenager schaute er Federer in Wimbledon zuPaul Goldstein, der ihn an der Stanford University trainiert hatte, bezeichnete Ferys überraschende Siegesserie gegenüber dem „Guardian“ als „magischen Lauf“, der „so wohlverdient“ sei. Zum Viertelfinale sagte er: „Das erste Mal überhaupt auf dem Centre Court, dann vor Zehntausenden zu spielen, während viele Millionen weitere das Geschehen am Fernsehen verfolgen, als letzter britischer Spieler in diesem mehrtägigen Turnier übrig zu sein und die Verantwortung, die damit einhergeht – wir verwenden oft Superlative wie ‚außergewöhnlich‘ und ‚einzigartig‘, aber sie treffen genau auf das zu, was er geleistet hat.“ Lesen Sie auchGoldstein hatte sich am Dienstagabend auf den Weg nach London gemacht, um dabei zu sein, wenn sein ehemaliger Schützling die Tenniswelt verblüfft. Lesen Sie auchTennis und Sport wurden ihm praktisch in die Wiege gelegt. Seine Mutter Olivia Fery war selbst Tennisspielerin, sein Vater Loic Fery, französischer Geschäftsmann, ist Präsident des französischen Fußball-Erstligisten FC Lorient. Als Teenager besuchte Fery dann ab und zu Wimbledon-Matches, gern von Roger Federer. Die Schweizer Tennis-Legende sah ihm nun zu, wie er ins Viertelfinale einzog. Zverev: „Ihr könnt alle für Fery sein, das ist total okay“Mit diesem Erfolg sicherte sich Fery auch einen Platz im exklusiven „Last 8 Club“ von Wimbledon für Spieler und Spielerinnen, die das Viertelfinale erreicht haben. Das bedeutet unter anderem: lebenslanger Zugang, Freikarten, Hospitality-Leistungen und weitere Vorteile. Seine begeisternden Wimbledon-Auftritte werden Fery zudem in der Weltrangliste von Platz 114 weit nach oben in die Top 40 katapultieren – egal, wie das Spiel gegen Zverev enden wird. Der Deutsche, so Fery, sei „wieder eine Stufe höher, aber ich bin bereit dafür“. Das britische Publikum jedenfalls wird auf seiner Seite sein. Das weiß auch Zverev: „Ihr könnt alle für Fery sein, das ist total okay“, sagte Zverev nach seinem Einzug ins Halbfinale. „Ich verstehe das. Ich habe kein Problem damit. Es wird ein aufregender Tag für beide von uns.“mel mit dpa
Wimbledon-Halbfinale: Jetzt muss Alexander Zverev gegen den Stolz der Briten ran - WELT
Nie zuvor war er bei einem Grand-Slam-Turnier in die zweite Runde gekommen. Jetzt steht Arthur Fery, der in der Nähe des All England Clubs aufwuchs, im Wimbledon-Halbfinale. Alexander Zverev ahnt, was auf ihn zukommt.













