Literaturpreis : Christine Wunnicke erhält den Büchner-Preis 202609.07.2026, 09:58Lesezeit: 2 Min.Christine Wunnicke wird für ihr „überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk“ mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bekannt gab.Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis 2026 an die Schriftstellerin Christine Wunnicke. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und soll am 24. Oktober 2026 in Darmstadt überreicht werden. Die Schriftstellerin Judith Schalansky wird die Laudatio halten.Laut Jurybegründung hat Christine Wunnicke „ein stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk“ vorgelegt, dessen „Verblüffungskraft“ und „unbekümmerter Eigensinn“ überzeugend seien. Wunnickes „brillante Kunst“ mache im „vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermöglicht so einen entlarvenden Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen“. Ihre Romane, die von „subtilem Sprachwitz und dem Verzicht auf Selbstreferenz“ getragen seien, vereinten „das Unterhaltende und die anspruchsvolle Reflexion auf so großartige wie diskrete Weise“.Die gebürtige Münchnerin studierte Linguistik, Altgermanistik und Psychologie in Berlin und Glasgow. Nach dem Studium war sie in der Wissenschaftsverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft in München tätig. Anfang der Neunzigerjahre erschienen erste Hörspiele und Radiofeatures, mit „Fortescues Fabrik“ (1998) und „Jetlag“ (2000) ihre ersten Romane.Seitdem erzählt die vielfach ausgezeichnete Autorin über außergewöhnliche, historisch verbürgte Figuren und Wissenswelten, angesiedelt in der ferneren Vergangenheit (17., 18., 19. Jahrhundert) – etwa über den scheinbar an Hysterie erkrankten japanischen Nervenarzt in „Der Fuchs und Dr. Shimamura“ (2015) oder über die Begegnung des englischen Physikers William Crookes und der Verrenkungskünstlerin Florence Cook in „Katie“ (2017). Ein Roman, der den Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Spiritismus im London der 1870er-Jahre auslotet. 2020 erschien „Die Dame mit der bemalten Hand“. Der Roman wurde mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2025 wurde sie mit dem Jean-Paul-Preis für ihr Gesamtwerk gewürdigt, vor Kurzem mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury „Buch des Monats“ für „Wachs“.Der seit 1951 vergebene Büchner-Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Namensgeber ist der Dramatiker Georg Büchner. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Terézia Mora, Lukas Bärfuss, Elke Erb, Clemens J. Setz, Oswald Egger und Ursula Krechel.
Georg-Büchner-Preis 2026 geht an Christine Wunnicke
Christine Wunnicke wird für ihr „überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk“ mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bekannt gab.










