Eine Überraschung dürfte die am Donnerstagmorgen von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verbreitete Nachricht eigentlich nicht sein: Christine Wunnicke wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2026 geehrt. Denn viele ihrer Bücher sind gut, teils euphorisch besprochen worden. Auch einige Auszeichnungen gab es für die 1966 in München geborene Autorin bereits, zuletzt den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern fürs Lebenswerk.
Dennoch wird sie erst jetzt die Aufmerksamkeit von den Leserinnen und Lesern und im Buchhandel bekommen, die sie verdient. Noch als Wunnickes Roman „Wachs“ im vergangenen Jahr auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand, fand sich in einigen Berichten die Bemerkung, dass ihr Werk wenig bekannt und unterschätzt sei. Die Darmstädter Akademie richtet nun den Scheinwerfer auf sie, verleiht ihr die Auszeichnung mit dem größten Gewicht in der deutschsprachigen literarischen Szene – ein Ritterinnenschlag.
Hollywood, Nagasaki oder Paris
Geehrt wird sie, so beginnt die Jurybegründung, „für ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist“. London könnte man da noch ergänzen, wo um 1870 die Handlung ihres Romans „Katie“ (2017) beginnt, der die Entfesselungskünstlerin Florence Cook und den britischen Physiker und Chemiker Sir William Crookes zusammenführt. Eine Insel vor Bombay als Roman-Ort muss noch genannt werden, für „Die Dame mit der bemalten Hand“ (2020).










