Die Schriftstellerin Christine Wunnicke erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit.Wunnicke ist als Autorin historischer Romane bekannt. Im vergangenen Jahr erschien ihr jüngstes Buch »Wachs«, das im Frankreich des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Damit stand sie erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Im selben Jahr wurde sie mit dem Jean-Paul-Preis für ihr Gesamtwerk gewürdigt, in diesem Jahr mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury »Buch des Monats« für »Wachs«.

Lob für »Verblüffungskraft ihres Œuvres«In ihrer Begründung lobt die Jury Wunnicke für ihr »stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist«. Die »Verblüffungskraft ihres Œuvres«, sein unbekümmerter Eigensinn und die »unbeirrbare Arbeit eines Vierteljahrhunderts« beeindruckten die Leserinnen und Leser.

Hervorgehoben wird außerdem die Auseinandersetzung mit Fakten und Fiktionalem in den Büchern Wunnickes. Ihre Arbeit mache im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermögliche so einen neuen Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, »ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen«.Zugleich zeichne sich ihre Arbeit durch Sprachwitz aus, ohne dabei selbstreferenziell zu werden. Unterhaltendes und anspruchsvolle Reflexion würden so verbunden, heißt es in einer Erklärung der Akademie.