PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNach AfD-ParteitagBei der Frage nach Gewalt gegen Journalisten verweigert „Widersetzen“ die AntwortStand: 08:52 UhrLesedauer: 2 MinutenNoa Sander (m.) bei einer Pressekonferenz des Aktionsbündnisses „Widersetzen“ vor dem Messegelände in ErfurtQuelle: picture alliance/epd-bild | Paul-Philipp BraunDas Bündnis „Widersetzen“ wirbt mit Respekt für Pressevertreter, doch nach Attacken auf Reporter von „Apollo News“ bleibt eine klare Absage an Gewalt aus – und Sprecher Noa Sander spricht der AfD das Recht auf Parteitage und Mandate ab.Das Aktionsbündnis „Widersetzen“ befindet sich in der Defensive: Anlässlich des AfD-Parteitags am Wochenende hatte die Gruppierung zu Protesten und Blockaden in Erfurt aufgerufen. Zwar waren die – je nach Angaben – 30.000 bis 50.000 Teilnehmer weitgehend friedlich geblieben, doch drei Journalisten des Portals „Apollo News“ waren von Demonstranten gejagt und körperlich angegriffen worden. Das Bündnis sei nach Erfurt gekommen, um gegen „Faschisten“ vorzugehen, erklärte später Noa Sander, Sprecher des selbsterklärten „antifaschistischen Aktionsbündnisses“. Faschisten mit Presseausweis seien immer noch Faschisten, hieß es.Im Interview mit der Wochenzeitung „Der Freitag“ bekräftigte Sander die Kritik an „Apollo News“, ohne dabei den Faschismus-Vorwurf gegenüber den Mitarbeitern zu wiederholen. „Das sind rechte Provokateure, die gezielt Hetze betreiben, immer wieder Kampagnen gegen Einzelpersonen fahren und damit dafür sorgen, dass diese Morddrohungen erhalten und unter enormen psychischen Druck geraten“, sagte er. „Ihre Hetze führt immer wieder zu Gewalt. Diesen Menschen Interviews zu geben, ist deshalb falsch und gefährlich. Deswegen machen wir das nicht.“Pressevertreter seien bei ihren Aktionen „immer willkommen“, schon um Polizeigewalt zu dokumentieren. Ihre Teilnehmer animiere „Widersetzen“ dazu, mit diesen stets „freundlich und respektvoll“ umzugehen. Zugleich sollten sie darauf verzichten, rechten Streamern oder Medien wie „Compact“, „Junge Freiheit“ oder auch „Bild“ für Interviews zur Verfügung zu stehen. „Sie sollen ignoriert und – ohne zu eskalieren – weggeschickt werden.“ Auf die Frage, ob das Bündnis körperliche Angriffe auf Journalisten ablehne, möchte sich Sander offenbar nicht äußern. „Keine Antwort durch Noa Sander“, heißt es lediglich in einer Redaktionsanmerkung im Text.Lesen Sie auchVehement verteidigte Sander die Blockade gegen den AfD-Parteitag in Erfurt. „Faschismus ist ein Verbrechen“, so Sander. „Die AfD darf es nicht geben und sie hat kein Recht, sich zu treffen und in Parlamenten zu sein. Faschisten dürfen in dieser Gesellschaft keinen Raum bekommen. Wo sie Bühnen erhalten und ungehindert auftreten können, verbreitet sich ihre Hetze und Ideologie, und daraus entsteht Gewalt.“ Lesen Sie auchDie jüngste Aktion begreife Sander als Teil einer Bewegung, die sich langfristig weiter aufbaue, um kontinuierlich Widerstand zu leisten. „Wir sind in einer Situation, in der wir beides gleichzeitig tun müssen: die AfD daran hindern, weiter an Einfluss zu gewinnen, und zugleich verhindern, dass die regierenden Parteien ihre Politik übernehmen“, schilderte Sander. „Diese Parteien versagen ja aktuell im Kampf gegen den Faschismus – und deswegen müssen wir selbst aktiv werden.“doli