PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungAntifa-GewaltJetzt beginnt die Jagd auf JournalistenStand: 11:10 UhrLesedauer: 3 MinutenDer „Apollo News“-Reporter Jonas Aston wird am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt von Antifa-Aktivisten zu Boden geworfen, geschlagen und gegen den Kopf getretenQuelle: Vasily Krestyaninov/Sipa USA/picture allianceAm Rande des AfD-Parteitags werden Reporter gejagt, zusammengeschlagen und getreten. Das Schweigen linker NGOs und öffentlich-rechtlicher Medien zu diesem Angriff auf die Pressefreiheit ist ein Skandal.Auf einer Demonstration gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt werden am Samstag drei Reporter von „Apollo News“ durch eine Menschenmenge verfolgt, zu Boden geschlagen und gegen den Kopf getreten. Auch ein Reporter der „Jungen Freiheit“ wird mitten ins Gesicht geschlagen, sein Handy wird gestohlen. Die Polizei bestätigt die Vorfälle.Die Szenen sind schockierend – nicht nur wegen ihrer Brutalität, sondern weil sie einen Grundpfeiler der Demokratie treffen. Wer Journalisten jagt, zusammenschlägt und auf Menschen eintritt, greift die Pressefreiheit direkt an. Dabei spielt es keine Rolle, für welches Medium die Betroffenen arbeiten. Pressefreiheit gilt nicht nur für genehme Berichterstattung, sondern gerade für Journalisten, deren Fragen oder Perspektiven man ablehnt. Wer dieses Prinzip aufkündigt, verlässt den Boden der demokratischen Auseinandersetzung.Die Bilder aus Erfurt zeigen eine Entwicklung, die Sicherheitsbehörden und Extremismusforscher seit Längerem beobachten. Teile der Antifa verstehen sich zunehmend weniger als politische Protestbewegung, sondern als gewaltbereiter Widerstand gegen eine vermeintlich unmittelbar bevorstehende faschistische Machtübernahme. Wer glaubt, Deutschland stehe vor einer Wiederholung des Nationalsozialismus, hält extreme Gewalt zunehmend für ein legitimes Mittel politischen Handelns.Wie weit dieses Feindbild inzwischen reicht, zeigte sich schon vor den Angriffen. Bereits wenige Wochen zuvor demonstrierten linke Aktivisten in Berlin-Kreuzberg gegen die Redaktionen von „Nius“ und „Apollo News“. Die Organisatoren bezeichneten beide pauschal als „rechte Medien“ und forderten ihren Wegzug aus dem Stadtteil. Es ging längst nicht mehr nur um Kritik an einzelnen Artikeln, sondern um die Botschaft, dass bestimmte Medien im öffentlichen Raum unerwünscht seien.Bezeichnend war auch die Reaktion des Zentrums für Politische Schönheit, einer linksaktivistischen Aktionsgruppe. Auslöser war ein Beitrag der „Zeit“-Journalistin Mariam Lau, die die Angriffe auf Reporter von „Apollo News“ und der „Jungen Freiheit“ als „politischen Vandalismus gegen Journalisten“ beschrieb. Das Zentrum warf ihr daraufhin vor, „Propaganda und Narrative der rechtsextremen Szene“ zu verbreiten, und behauptete fälschlicherweise, beide Medien würden im Verfassungsschutzbericht geführt. Nachdem Apollo-Chefredakteur Max Mannhart auf die Falschbehauptung hingewiesen hatte, wurde der Beitrag kommentarlos gelöscht.Auch die Resonanz in den öffentlich-rechtlichen Medien blieb auffallend gering. Die „Tagesschau“ erwähnte die Angriffe lediglich in einem Satz, im „heute journal“ des ZDF kamen sie gar nicht vor. Ein Angriff auf Kollegen sollte unabhängig vom betroffenen Medium mehr Aufmerksamkeit verdienen.Lesen Sie auchAus dieser Logik weitet sich auch das Feindbild aus. Es richtet sich längst nicht mehr nur gegen Rechtsextreme oder die AfD. Auch konservative und liberale Vertreter staatlicher oder gesellschaftlicher Institutionen geraten verstärkt ins Visier, weil sie als Teil eines Systems gelten, das den vermeintlichen Faschismus stützt. Die Übergriffe von Erfurt sind aus dieser Weltsicht keine Entgleisung, sondern eine folgerichtige Konsequenz.Die Grenze zwischen Protest und SelbstjustizBemerkenswert ist dabei der innere Widerspruch. Das Bündnis „Widersetzen“, das die Proteste organisiert, versteht sich als Verteidiger der Demokratie gegen den Rechtsextremismus. Unterstützt wird es unter anderem von den Jusos, der Grünen Jugend, der Linksjugend solid, Fridays for Future und Omas gegen Rechts. Nur wenige Meter entfernt von der Stelle, an welcher später der Angriff stattfand, blockierte Luisa Neubauer den Zugang zum AfD-Parteitag.Umso irritierender ist das Schweigen. Weder Luisa Neubauer noch Fridays for Future, die Jusos, die Grüne Jugend, die Linksjugend solid oder Omas gegen Rechts haben die Angriffe bislang öffentlich verurteilt. Wer Gewalt gegen Journalisten nicht unmissverständlich zurückweist, riskiert, dass die Grenze zwischen demokratischem Protest und politischer Selbstjustiz verschwimmt.Pressefreiheit ist kein Privileg bestimmter Medien. Sie ist ein Grundrecht. Sie schützt das Recht der Öffentlichkeit zu erfahren, was auf Demonstrationen, Parteitagen und auf der Straße geschieht. Wer Reporter angreift, greift deshalb die Demokratie selbst an.