PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGewalt bei Anti-AfD-ProtestenAktivisten geben „Apollo News“ Schuld an „gezielter Eskalation“Stand: 08:12 UhrLesedauer: 3 MinutenAm Rande des AfD-Bundesparteitags wurden mehrere Reporter des Online-Portals „Apollo News“ von Demonstranten angegriffen. „Die Kollegen haben einfach nur ihren Job gemacht als Journalisten“, sagt „Apollo News“-Chefredakteur Max Mannhart.Das Bündnis „Widersetzen“ macht Reporter von „Apollo News“ und „Junge Freiheit“ für die Angriffe am Wochenende verantwortlich. Die beiden Medien weisen die Darstellung zurück. Der „Apollo News“-Chefredakteur sagt: „Wer einen von uns so angreift, wird uns nie mehr los.“Das Bündnis „Widersetzen“ hat sich nach Angriffen auf Journalisten am Rande der Proteste gegen den AfD-Parteitag in Erfurt geäußert. In einer Stellungnahme werfen die radikalen Aktivisten den Reportern des Online-Portals „Apollo News“ und der Zeitung „Junge Freiheit“ vor, Übergriffe selbst provoziert zu haben. Die Stellungnahme ist überschrieben mit den Worten: „Gezielte Eskalation durch rechte Provokateure – Widersetzen klärt über Apollo-News auf“.„Das Aktionsbündnis ‚Widersetzen‘ berichtet von rechten Provokateuren, die bewusst auf den Blockaden des AfD-Parteitags die Eskalation gesucht haben“, heißt es auf der Webseite von „Widersetzen“. Sprecher Suraj Mailitafi sei dabei so aggressiv von der „Jungen Freiheit“ angegangen worden, „dass ein Sicherheitsdienst dazwischengehen musste“.Einem Vertreter der „Jungen Freiheit“ wurde am Rande einer Blockadeaktion laut Polizei das Handy geraubt. Auf einem Video der Zeitung war zu sehen, wie ein Reporter körperlich bedrängt wird, ein Schlag ist zu hören. „Ich habe nicht verstanden, woher das kam, dieser Angriff“, sagte Reporter Vadim Derksen in einem YouTube-Video. Zuvor hatte Derksen versucht, „Widersetzen“-Sprecher Suraj Mailitafi Fragen zu stellen. Mailitafi wollte aber nicht mit ihm sprechen. „Auch rechte Streamer und die verschwörungsideologischen ‚Appollo News‘ versuchten dabei gezielt, Teilnehmer*innen zu provozieren“, heißt es in der Stellungnahme von „Widersetzen“ weiter.„Presse ist bei unseren Aktionen willkommen – wir laden sie sogar offen dazu ein. Mit seriöser Berichterstattung haben rechte Provokateure wie ‚Apollo News‘ und ‚Junge Freiheit‘ aber nichts zu tun: Sie halten sich nicht an journalistische Standards, bedrängen Aktionsteilnehmer*innen und überschreiten persönliche Grenzen“, wird Sprecher Noa Sander zitiert. „Damit wollen sie Vorfälle provozieren, die sie propagandistisch ausschlachten können.“ Lesen Sie auchUnd weiter: „Die Vertreterinnen der Presse fordern wir auf, sich von falschen Kollegen nicht für Hetz-Kampagnen instrumentalisieren zu lassen.“„Apollo News“: „Wer einen von uns so angreift, wird uns nie mehr los“Drei Journalisten von „Apollo News“ wurden während ihrer Berichterstattung von einer Menschenmenge bedrängt, verfolgt und angegriffen. Dem Reporter Jonas Aston wurde dabei auch gegen den Kopf getreten, als er auf dem Boden lag, wie eine Videoaufnahme dokumentiert. Die Polizei ermittelt. Die Darstellung von „Widersetzen“ nennt „Apollo News“-Chefredakteur Max Mannhart eine „dreiste, perfide, frei erfundene Lüge“. Ein Video, das Mannhart auf YouTube zeigt, soll die Vorgeschichte des Angriffs dokumentieren. Darin ist zu sehen, dass die Reporter eine Blockade filmen und dann angeschrien und aufgefordert werden, die Kamera auszuschalten. Die Reporter seien nicht als Mitarbeiter von „Apollo News“ zu erkennen gewesen, sagt Mannhart. „Jeder Journalist hätte dort von dieser Meute auf die Fresse bekommen.“Lesen Sie auchIn einem Kommentar kündigte der Chefredakteur an, dafür sorgen zu wollen, dass die Verantwortlichen für den Angriff strafrechtlich belangt werden können. „Wir sind in Kontakt mit der Kriminalpolizei und machen Druck, wir sammeln Material, die Polizei hat eine eigene Ermittlungseinheit aufgestellt. Wir werden alles tun, um die Täter zu identifizieren“, schreibt Mannhart. „Wer einen von uns so angreift, wird uns nie mehr los, und ja: Ich werde nicht so tun, als würde ich über all dem stehen. Wenn wir sagen, wir bringen euch in den Knast – bei Gott – wir meinen das so.“Zehntausende Menschen beteiligten sich am Wochenende an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Nach Angaben der Polizei kamen rund 31.000 Menschen zu Demonstrationszügen, Kundgebungen und Sitzblockaden am Samstag. Insgesamt wurden laut Polizei 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten registriert – Sachbeschädigungen, Körperverletzungen sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Neben Medienvertretern wurden elf Polizeibeamte leicht verletzt.ll mit dpa