Bei einer Gewalttat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind laut einer Polizeisprecherin mindestens zwei Mädchen mit einem Messer schwer verletzt worden. Die beiden seien ins Krankenhaus gebracht worden. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich um zwei 13 Jahre alte Schülerinnen des Gymnasiums.Der festgenommene Verdächtige sei 16 Jahre alt. Wie die Polizei zunächst mitgeteilt hatte, deutet vieles auf eine Amoktat hin. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Polizeisprecher.Über die Zahl der Verletzten insgesamt hieß es zunächst, sie liege im einstelligen Bereich. Mehrere Schüler sollen einen Schock erlitten haben und mussten behandelt werden.Dobrindt: Schusswaffe des Täters hat nach einem Schuss versagtLaut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war der Täter mit mehreren Waffen unterwegs. „Wir gehen von einem Täter aus, der hier mit Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war“, sagte Herrmann am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee.Nach Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe der Täter einen Schuss abgegeben – dann habe die Waffe versagt. „Der Täter hat sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genähert, hat einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt hat“, sagte Dobrindt am Abend in Schongau – die Stadt liegt in seinem Bundestagswahlkreis. „Anschließend hat die Schusswaffe versagt, so dass keine weiteren Schüsse abgegeben werden konnten.“ Dann habe der Täter Messer gezogen. Lehrkräfte und Polizei hätten den Täter wenig später überwältigt und gestoppt.Das Motiv für die Tat bleibt zunächst jedoch unklar. „Die beiden Opfer, die schwerstverletzten Mädchen, sind nach unserer Einschätzung zufällige Opfer, die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind. Wir gehen von einer Amoktat aus eines Einzeltäters“, sagt Dobrindt. Und: „Wir gehen weiter davon aus, dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat.“Schwerverletzte Mädchen außer LebensgefahrWährend Polizisten das Schulgelände weiter durchsuchen, um auszuschließen, dass es weitere Täter geben könnte, kommt aus der Klinik eine gute Nachricht: Die beiden schwer verletzten Mädchen, von denen eines mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gekommen war, schweben am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.Herrmann sagte gegenüber der dpa, dass der Tatverdächtige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Er hat die kroatische Staatsbürgerschaft und wohnte zuletzt bei seinen Eltern. Ob und welche Verbindung er zu der Schule und den Opfern habe, werde noch ermittelt.Einen weiteren Täter gibt es nach Worten Herrmanns nach derzeitigem Stand nicht. Zeitweilig habe es zwar entsprechende Gerüchte gegeben, sagte er. Dafür gebe es aber keine belastbaren Hinweise. Die Polizei war am Nachmittag noch damit beschäftigt, das Gelände abzusuchen.Die Polizei hatte am Mittwochmittag zunächst mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten im Einsatz sei. Die Bürger wurden aufgerufen, das Areal um das betroffene Welfen-Gymnasium zu meiden. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.Polizei in 17 Minuten am TatortDie Polizei ist schnell mit einem Großaufgebot vor Ort gewesen – und fand dort die beiden schwer verletzten Mädchen. Wo genau, das sagten die Ermittler zunächst nicht. „17 Minuten nach der Alarmierung war der Täter überwältigt von Polizeikräften und Lehrkräften“, sagte Dobrindt.Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte: „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten von Schongau.“ Solch eine Tat reiße nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. „Danke allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind“, erklärte Söder.Schongau ist eine Kleinstadt mit mehr als 12.000 Einwohnern im westlichen Oberbayern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Dort werden etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Abiturienten haben bereits vor knapp zwei Wochen, am 26. Juni, ihre Zeugnisse erhalten, bei den restlichen Schülern steht dies am 31. Juli an.
Gewalttat in Schongau: Mehrere Verletzte nach Angriff durch Jugendlichen
Großeinsatz der Polizei am Welfen-Gymnasium in Schongau: Dort soll ein Jugendlicher zwei Mädchen schwer verletzt haben. Der 16-Jährige wurde festgenommen.











