Bei einer Amoktat an einem Gymnasium in Oberbayern sind am Mittwoch laut einer Polizeisprecherin mindestens zwei Mädchen schwer verletzt worden. Die beiden Schülerinnen seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte die Sprecherin. Am Nachmittag hieß es, sie seien außer Lebensgefahr. Zahlreiche Polizisten und Rettungskräfte waren am Welfen-Gymnasium in Schongau im Einsatz. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer Amoktat.„Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau“, sagte Söder und betonte: „Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern.“Der mutmaßliche Täter, laut Polizei ein 16-Jähriger, war nach Worten von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach ersten Erkenntnissen auch mit einer Schusswaffe bewaffnet. „Wir gehen von einem Täter aus, der hier mit Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war“, sagte Herrmann am Rande einer Veranstaltung der CSU-Fraktion am Chiemsee. Zunächst wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur keine Schusswaffe gefunden, wohl aber Munition.Einen weiteren Täter gibt es nach Worten Herrmanns nach derzeitigem Stand nicht. Zeitweilig habe es zwar entsprechende Gerüchte gegeben, sagte er. Dafür gebe es aber keine belastbaren Hinweise, sagte er.Einsatzkräfte und Schüler vor dem Welfen-Gymnasium. Foto: Lennart Preiss/dpaDer mutmaßliche Täter soll ein Messer und eine Schusswaffe bei sich gehabt haben. Foto: Lennart Preiss/dpaDer Großeinsatz begann vor dem Ende der sechsten Stunde. Foto: Lennart Preiss/dpaWie viele Menschen insgesamt wie schwer verletzt wurden, blieb lange unklar. Ein Polizeisprecher sprach zunächst von einer einstelligen Zahl. Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall in Schongau festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Bei ihm blieb zunächst unklar, ob er am Welfen-Gymnasium, auf dessen Gelände sich der Vorfall ereignete, zur Schule ging. Die beiden schwerverletzten Mädchen sind Schülerinnen des Gymnasiums.Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten in Schongau im Einsatz sei. Der Notruf, der den Großeinsatz ausgelöst hat, war nach Angaben eines Sprechers um kurz nach 12.50 Uhr eingegangen. Den Beamten sei es „relativ zeitnah“ gelungen, den mutmaßlichen Täter festzusetzen. Zu Grund und Anlass der mutmaßlichen Gewalttat äußerte sich die Polizei nicht. Vorläufigen Angaben zufolge gab es wohl Verletzte an mehr als einer Stelle auf dem Schulgelände.SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.Nach Angaben der ADAC-Luftrettung waren an dem Gymnasium mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sechs Hubschrauber seien beteiligt gewesen, vier davon von der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.Ministerpräsident Söder dankte der Polizei und allen Rettungsorganisationen für ein schnelles und entschlossenes Eingreifen. „Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.“ Und: „Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und Angehörigen brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten.“ Söder dankte „allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind“.Die Menschen vor Ort wurden aufgerufen, das Areal zu meiden. Die Polizei hat für Angehörige und Eltern der Schülerinnen und Schüler eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus an der Bahnhofstraße 46 in Schongau eingerichtet.Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit rund 13 000 Einwohnern. Das örtliche Welfen-Gymnasium ist mit gut 800 Schülerinnen und Schülern ein vergleichsweise kleines Gymnasium. Es liegt in der Nähe der Schongauer Altstadt und dort in unmittelbarer Nachbarschaft der Schongauer Mittelschule und der Pfaffenwinkel-Realschule.