Kurz vor dem Urteil hat sich Johannes M. noch einmal bei den Angehörigen seiner Opfer entschuldigt. „Ich habe Menschen getötet, deswegen verzweifele ich an mir selbst“, hatte der promovierte Arzt in seinem letzten Wort gesagt, das ihm am vergangenen Montag zustand, bevor sich die Richter zur Beratung zurückzogen.

Zuvor hatte der in Frankfurt am Main geborene Mediziner, der sich in Berlin als Palliativmediziner um schwerstkranke Menschen kümmern und ihnen Schmerzen und Angst vor dem Tod nehmen sollte, zwölf der ihm zur Last gelegten Morde zugegeben und erklärt, die Verantwortung dafür übernehmen zu wollen. Er sei ein anderer Mensch als 2024, als die Mordserie endete, hatte er gesagt.

Geholfen haben Johannes M. das späte Geständnis und die Entschuldigung nicht: Am Mittwoch erhielt der 41-jährige promovierte Arzt im Prozess am Berliner Landgericht die höchstmögliche Strafe. Johannes M., der zur Urteilsverkündung ein weißes Hemd trug, wurde wegen Mordes in 15 Fällen schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Zudem stellte die Schwurgerichtskammer die besondere Schwere der Schuld fest und verhängte gegen den Arzt ein lebenslanges Berufsverbot. M. habe seine Opfern, zwölf Frauen und drei Männern im Alter von 25 bis 94 Jahren, bei Hausbesuchen mit Medikamenten umgebracht, sagte Sylvia Busch, die Vorsitzende Richterin, in der zweistündigen Urteilsbegründung. Dabei setzte in allen Fällen nach kurzer Zeit die Atmung aus, die Patienten verstarben.