Wenn es einen gibt, um den man sich keine Sorgen machen muss, dann ist das der Goldpreis. Zugegeben, für Goldanleger war es nicht nett, dass das Edelmetall seit den Höchstständen im Januar rund ein Viertel seines Wertes verloren hat. Wer zuletzt den Plan hatte, mit Barren und Münzen kurzfristig ein gutes Geschäft zu machen, wurde enttäuscht. Aber es hatte ja auch niemand versprochen, dass man reich wird, wenn man Edelmetall zu Rekordpreisen kauft. Die Frage, wie es mit den Zinsen in den Vereinigten Staaten weitergeht, spielt eine wichtige Rolle für die Wechselkurse und den Preis des zinslosen Goldes. Je mehr Kevin Warsh, der neue Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Fed, sich als „Falke“ inszeniert, also als Befürworter einer straffen Geldpolitik, desto weniger hat der Goldpreis eine Chance, sich aus seinem Loch in der Nähe von 4000 Dollar herauszuwagen.Aber: Die Wahrscheinlichkeit, dass aus dieser Welt mittelfristig ein so friedlicher Ort wird, dass die Anleger in keinem Land der Erde das Bedürfnis verspüren, vorsichtshalber Geld in die Krisenwährung Gold zu stecken, ist leider nicht besonders hoch. Und auch, dass die Inflation jetzt rund um den Globus auf so niedrige Raten sinkt, dass niemandem mehr die Idee von Investitionen in glänzende Sachwerte kommt, ist nicht sehr naheliegend. Vieles spricht dafür, dass Gold, häufig aus eigentlich unerfreulichen Gründen, weiterhin gefragt bleibt.