Der Goldpreis ist nach seinem Rekordhoch von knapp 5600 US-Dollar Ende Januar drastisch korrigiert und notiert derzeit bei etwa 4053 US-Dollar (rund 3552 Euro) je Feinunze.Allein im Juni fiel der monatliche Durchschnittspreis für Gold um 11,65 Prozent. Das war der stärkste monatliche Verlust seit 2013. ⁠Ein starker Dollar und die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen länger hochhalten könnte, belasteten den Preis.

Das sorgt für einige Verschiebungen am Markt. Chinas Zentralbank nutzt den massiven Preisverfall etwa, um nachzukaufen. Sie stockte ihre Reserven im Juni so stark auf, wie seit ​mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Goldbestände wuchsen um 480.000 Feinunzen (je 31,1 Gramm) auf nun 75,44 Millionen ‌Feinunzen, wie aus am Dienstag veröffentlichten offiziellen Daten hervorging. Der Zukauf von umgerechnet fast 15 Tonnen war der größte monatliche Anstieg seit Oktober 2023. Es war zudem der 20. Monat in Folge, in dem die Notenbank ihre Goldreserven aufstockte.

Infolge des Preissturzes sank der Wert der chinesischen Goldreserven ‌trotz der Zukäufe deutlich: von 340,75 Milliarden Dollar im ​Mai auf 303,72 ‌Milliarden Dollar Ende Juni.Clearing-System für GoldHongkong will derweil den Goldhandel stärken. Die dortigen Behörden führten am Dienstag ein zentrales Clearing-System für Gold ein. Auch wurde der Handel mit Gold-Futures in US-Dollar wieder aufgenommen. Die Stadt prüft außerdem ‌die Einführung von Gold-Futures in Yuan, um sich zu einem regionalen Reservezentrum für das Edelmetall zu entwickeln.