Neues Elterngeld: Verpasste Chance

Die Elterngeld-Reform könnte positive Effekte haben. Aber insgesamt werden Mütter weiter in eine traditionelle Rolle gedrängt.

Statt auf 14 Monate soll der Elterngeldbezug künftig auf 12 Monate begrenzt werden

Fabian Strauch/dpa

E s mag auf den ersten Blick gar nicht so schlecht klingen: Beim Elterngeld soll auf mehr Partnerschaftlichkeit gesetzt werden, auch der Elterngeldsatz soll erhöht werden. Ist das nicht, was Frauen- und Fa­mi­li­en­po­li­ti­ke­r:in­nen seit Langem fordern? Diese Rechnung geht aber nicht auf. Denn Karin Priens Reformplan bedeutet vor allem eine Kürzung. Statt auf 14 Monate soll der Elterngeldbezug künftig auf 12 Monate begrenzt werden. Und auch das leichte Plus kann kaum als das bezeichnet werden: Nachdem das Elterngeld seit seiner Einführung 2007 nicht mehr erhöht wurde, ist der neue Mindestbetrag von 330 Euro statt 300 Euro nicht einmal ansatzweise ein Inflationsausgleich.