PfadnavigationHomePolitikDeutschlandFamilienministeriumPrien will Dauer des Elterngelds deutlich reduzieren – Linke sieht „Bankrotterklärung der Regierung“Stand: 10:43 UhrLesedauer: 3 MinutenFamilienministerin Karin Prien will die maximale Bezugsdauer des Elterngeldes von 14 auf auf zwölf Monate senken. Zudem sollen die Väter stärker in die Pflicht genommen werden. Die monatlich gezahlten Sätze sollen leicht steigen.Die Bundesregierung plant eine Reform des Elterngelds: Künftig sollen Eltern nur noch zwölf statt 14 Monate Leistung erhalten. Die Linke kritisiert die Kürzung scharf.Die Linke hat die Pläne von Familienministerin Karin Prien (CDU) für eine Reform des Elterngelds scharf kritisiert. Das sei „die Bankrotterklärung einer Regierung, die Kinder offensichtlich nur noch als Luxusgut begreift“, sagte die familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Mandy Eißing, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Mehr Anreize für Väter seien „schön und gut, aber nicht, wenn man gleichzeitig die gesamte Bezugsdauer zusammenstreicht“.Das Elterngeld soll nach einem Gesetzentwurf von Familienministerin Karin Prien künftig nur noch 12 statt 14 Monate gezahlt werden – und auch nur dann, wenn Mütter und Väter jeweils mindestens drei Monate berufliche Auszeit nehmen. Zugleich soll der Mindestbetrag nach dem Vorschlag der Ministerin von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1800 auf 1900 Euro angehoben werden.Die angedachte Reform „klaut Familien wertvolle Zeit“, sagte Eißing dazu AFP. Zudem sei die „mickrige Beitragserhöhung“ angesichts explodierender Lebensmittelpreise „ein schlechter Scherz“. Echte Partnerschaftlichkeit gebe es, wenn beide Elternteile ein volles, eigenes Jahr für ihr Kind bekämen, führte sie aus.Eine Sprecherin des Familienministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Informationen des Portals „Politico“. Der Gesetzentwurf sei aber noch in der Ressortabstimmung, sagte sie.Lesen Sie auchGrünen-Fraktionsvize Misbah Khan sagte AFP, sie habe zwar „Verständnis für die angespannte Haushaltslage“, jedoch sei es eine politische Entscheidung, wo gekürzt werde. „Wer ausgerechnet beim Elterngeld den Rotstift ansetzt, sendet ein fatales Signal an alle Familien im Land.“ Statt das Elterngeld zu kürzen, brauche es „endlich eine Reform, die Familien spürbar entlastet und ihre Situation verbessert, nicht verschlechtert“.Lesen Sie auchDie DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack erklärte zu den Plänen aus dem Familienministerium, der eine zusätzliche verbindliche Elterngeldmonat sei die einzige positive Nachricht. Der Rest sei „gleichstellungspolitisch ein Rückschritt“, fuhr sie fort. „So wird das nichts mit mehr Partnerschaftlichkeit in der Familie.“ Um faire Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern zu fördern, müsse es mehr finanzielle Anreize geben, „wie sie im Koalitionsvertrag auch versprochen wurden“.Auch der DGB hält die diskutierten Erhöhungen der Beträge für zu gering. Das berücksichtige „noch nicht einmal die inflationsbedingten Verluste der vergangenen Jahre“. Nötig sei eine Anpassung des Höchst- und Mindestbetrags des Elterngeldes an die Preisentwicklung, forderte Hannack.Klausel zum MutterschutzDie WELT-Partnerpublikation „Politico“ zitierte aus der Vorlage mit Blick auf die Aufteilung der Betreuungsmonate: „Drei Monate sind zukünftig für jedes Elternteil reserviert. Sechs weitere Monate können zwischen den Eltern flexibel aufgeteilt werden.“ Alleinerziehende könnten bis zu zwölf Monate volles Elterngeld erhalten.Der Gesetzentwurf beinhalte auch eine Änderung des Mutterschutzgesetzes, hieß es weiter. „Mit der Neuregelung werden arbeitszeitliche Beschäftigungsverbote auf zwölf Monate nach der Entbindung eingeschränkt“, heiße es im Gesetzentwurf.Elterngeld können Mütter und Väter beantragen, wenn sie nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit nehmen. Bisher gilt: Es wird bis zu 14 Monate gezahlt, wenn jedes Elternteil mindestens zwei Monate Betreuungszeit übernimmt. Die Einkommensgrenze liegt für Geburten ab dem 1. April 2025 bei 175.000 Euro. Im laufenden Jahr plant der Bund rund 7,5 Milliarden Euro für die Leistung ein.Prien muss sparenWegen Sparzwängen soll Prien im nächsten Jahr 500 Millionen Euro in ihrem Etat einsparen. Schon vor einigen Wochen hatte sie gesagt, sie wolle die Einkommensgrenze für das Elterngeld nicht antasten und denke darüber nach, die Mindest- und Höchstbeträge für die Zahlung zu erhöhen. Sie deutete damals bereits an, dass die Leistung kürzer gezahlt werden könnte und Väter stärker herangezogen werden könnten.Im Koalitionsvertrag 2025 hatten Union und SPD bereits festgelegt: „Wir entwickeln das Elterngeld weiter, indem wir mehr Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit, insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung, setzen. Das erreichen wir beispielsweise durch erhöhte Lohnersatzraten und veränderte Anzahl und Aufteilung der Bezugsmonate des Elterngeldes.“ Und weiter: „Wir wollen die Einkommensgrenze sowie den Mindest- und Höchstbetrag spürbar anheben.“dpa/saha/ceb
Elterngeld: Prien will Dauer deutlich reduzieren – Linke sieht „Bankrotterklärung der Regierung“ - WELT
Die Bundesregierung plant eine Reform des Elterngelds: Künftig sollen Eltern nur noch zwölf statt 14 Monate Leistung erhalten. Die Linke kritisiert die Kürzung scharf.













