Die Bundesregierung muss sparen. Dazu muss auch das Familienministerium seinen Beitrag leisten. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte von Ressortchefin Karin Prien Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro verlangt. Die CDU-Politikerin hat einem Medienbericht zufolge nun Vorschläge zum Elterngeld gemacht. Nach Plänen Priens soll die Länge der Elternzeit von maximal 14 auf zwölf Monate begrenzt werden, berichtet der „Spiegel“.Wenn Eltern die maximale Laufzeit der staatlichen Lohnersatzleistung erhalten wollen, sollen demnach künftig beide Partner jeweils mindestens vier Monate Elternzeit nehmen – statt bisher zwei. Die verbleibenden vier Monate könnten sie untereinander aufteilen.Derzeit ist die Voraussetzung für 14 Monate Elterngeld, dass jedes Elternteil mindestens zwei Monate Elternzeit beantragt. Da in der Regel die Väter eine kurze Elternzeit nehmen, wird diese Zeitspanne auch als Vätermonate bezeichnet. Die zehn weiteren Monate können die Eltern untereinander aufteilen. Mehr als zwei Monate nehmen allerdings nur wenige Männer.Es ist richtig, dass wir an einer Reform des Elterngeldes arbeiten.Sprecher des Ministeriums von Karin PrienVor einigen Wochen hatte Familienministerin Prien gesagt, sie wolle die Einkommensgrenze für das Elterngeld nicht antasten und denke darüber nach, die Mindest- und Höchstbeträge für die Zahlung zu erhöhen. Einsparungen müssten an anderer Stelle erreicht werden, sagte Prien der Nachrichtenagentur dpa zufolge damals. „Da bieten sich einmal die Partnerschaftlichkeit, aber zum anderen auch die Bezugsdauer an.“Eine Sprecherin des Familienministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Freitag: „Ja, es ist richtig, dass wir an einer Reform des Elterngeldes arbeiten.“ Es gehe um die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag und die Sparvorgaben. Der Haushaltsentwurf der schwarz-roten Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll bis Anfang Juli stehen. „Bis dahin muss natürlich auch klar sein, wohin es mit dem Elterngeld geht“, sagte der Sprecher.Wie es in dem „Spiegel“-Bericht weiter heißt, dürfte die Summe, die eingespart werden könne, so groß sein, dass an anderer Stelle ausgegeben werden könne. Die Unionsministerin plane demnach, die Lohnersatzrate beim Elterngeld steigen zu lassen.Das Elterngeld ist seit seiner Einführung 2007 nicht mehr angepasst worden. Mit einer Erhöhung würde Prien eine Vereinbarung zwischen SPD und Union aus dem Koalitionsvertrag umsetzen.Merz soll dem Bericht zufolge über die Idee von Prien informiert sein und Zustimmung signalisiert haben. Kritik komme allerdings aus Teilen der Unionsparteien.Anderweitige Berichte über jeweils sieben Monate Elternzeit für die Partner dementierte die Sprecherin im Gespräch mit dem Magazin: „Meldungen, wonach künftig die Elterngeldmonate hälftig mit je sieben Monaten zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden sollen, sind reine Spekulation und entbehren jeder Grundlage.“Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte zuvor berichtet, eine gleichmäßige Aufteilung solle für einen 14-monatigen Bezug Voraussetzung werden. Man gehe davon aus, dass viele Väter nicht so lange aus dem Beruf aussteigen wollten und man deshalb Geld spare, heißt es demnach aus Koalitionskreisen. (lem)