Helle Aufregung bei den Schweizer Fussballern: Johan Manzambi, Rubén Vargas und Djibril Sow drohen den WM-Achtelfinal zu verpassenDamit sind zwei der formstärksten Nationalspieler gegen Kolumbien fraglich. Die personelle Situation weckt Erinnerungen an den WM-Achtelfinal 2022 gegen Portugal, den die Schweiz 1:6 verlor.07.07.2026, 02.49 Uhr4 LeseminutenAktualisiertHat mit seinen drei Toren und zwei Assists viel beigetragen zum Steigerungslauf des Schweizer Nationalteams an der WM: Johan Manzambi.Simon Fearn / ReutersFür gewöhnlich sind Pressekonferenzen am Tag vor einem Fussballspiel mässig spannend. Die Trainer würdigen die Stärken des Gegners, betonen die eigene Zuversicht und sagen, dass eine «schwierige Aufgabe» bevorstehe. Zu Taktik und Aufstellung ist meistens wenig bis gar nichts zu erfahren. Was ja auch Sinn ergibt, schliesslich will ein Trainer dem Gegner nichts verraten, sondern eher Rätsel aufgeben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Doch diese Pressekonferenz des Schweizer Nationalteams vor dem Achtelfinal-Duell gegen Kolumbien am Dienstagabend (22 Uhr MESZ) hatte es in sich. Und Rätsel gab sie auch auf – allerdings unfreiwillig.Noch bevor Murat Yakin am Montagnachmittag (Lokalzeit) im BC-Place-Stadion in Vancouver das Wort ergreift, teilt Adrian Arnold, der Medienchef des Schweizerischen Fussballverbands (SVF), eine Hiobsbotschaft mit: Johan Manzambi, Rubén Vargas und Djibril Sow hätten das Abschlusstraining abbrechen müssen, ihr Einsatz gegen Kolumbien sei fraglich. An diesem Training gar nicht erst teilgenommen haben Michel Aebischer und Luca Jaquez, die seit mehreren Tagen an muskulären Problemen laborieren. Damit stünden, Stand jetzt, fünf Schweizer Fussballer in Yakins 26-Mann-Kader für den WM-Achtelfinal nicht zur Verfügung.Was ist im Abschlusstraining passiert? Sicher ist nur, dass Johan Manzambi (links) und Rubén Vargas für den WM-Achtelfinal gegen Kolumbien zurzeit fraglich sind.Peter Klaunzer / EPADer Verband befeuert SpekulationenZu den Hintergründen, weshalb gleich drei Spieler das Abschlusstraining abbrechen mussten, sagten der Nationalcoach Murat Yakin, der Verteidiger Nico Elvedi und Arnold an der Pressekonferenz nichts. Im Verlauf des Nachmittags stünden weitere Untersuchungen an. Sollten diese «Auswirkungen auf das Spiel haben», würde der Verband «zu gegebener Zeit informieren», teilte Arnold lediglich mit.Weil der SFV nicht ausführt, was genau vorgefallen ist, herrscht nun helle Aufregung. Djibril Sow ist ein Ergänzungsspieler, seine Absenz wäre wohl verkraftbar. Aber mit Johan Manzambi und Rubén Vargas würden der Schweiz im wichtigsten Fussballspiel des Jahres gleich zwei der vier wichtigsten Offensivspieler fehlen.Die zwei haben in den vergangenen Wochen viel beigetragen zum Steigerungslauf des Schweizer Nationalteams an dieser WM. Manzambi hat bisher drei Tore und Vorlagen zum Erreichen des Achtelfinals beigesteuert; Vargas steht bei zwei Goals und einem Assist. Die beiden Kreativspieler könnte der Nationaltrainer kaum mit gleichwertigen Alternativen kompensieren.Murat Yakin sagte dazu an der Pressekonferenz: «Der Ärger ist gross. Es wäre ein Riesenverlust, wenn sie nicht auf dem Platz stehen könnten.» Er hoffe, dass die weiteren Abklärungen Entwarnung gäben und er «in ein paar Stunden wieder etwas entspannter» sei.Dass das Ganze ein Täschungsmanöver ist und die drei Spieler tatsächlich fit sind, ist – einerseits – unwahrscheinlich. Yakin gilt zwar als gerissener Taktikfuchs, aber so dreist ist er nicht. Andererseits ist verständlich, dass der Verband das Vorgefallene nicht weiter ausführt, schliesslich will er den Gegner Kolumbien nicht mit wertvollen Informationen versorgen. Nur: Indem sich der Verband bedeckt hält, befeuert er die Spekulationen selbst.Yakin sagte, sie würden in den verbleibenden Stunden vor dem Spiel alles dafür tun, damit die drei Spieler gegen Kolumbien zum Einsatz kommen können. Aber: «Sie müssen 100 Prozent bei Kräften und bereit sein»; angeschlagene Spieler aufzustellen, bringe nichts.Was die möglichen Ausfälle für die taktische Ausrichtung bedeuten könnten – dazu sagte Yakin wenig. Nur so viel: «Wir stellen uns gut auf den Gegner ein und passen unsere Taktik den verfügbaren Spielern an.» Entscheidend werde gegen Kolumbien aber ohnehin die Mentalität sein. «Wir müssen in den Zweikämpfen dagegenhalten, im Kollektiv verteidigen und gleichzeitig unser eigenes Spiel durchziehen.» Die Schweizer wollen am Dienstag erstmals seit 1954 den WM-Viertelfinal erreichen.Die Personalsituation weckt unschöne ErinnerungenDie schlechten Nachrichten vom Montag wecken Erinnerungen an den WM-Achtelfinal vor vier Jahren in Katar. Damals fehlten Yakin in der Partie gegen Portugal mehrere Stammspieler wegen Krankheit. Der Nationalcoach musste improvisieren und hinten rechts Edimilson Fernandes aufstellen. Unter anderem, weil er es verpasst hatte, für das Turnier in Kater genügend gelernte Rechtsverteidiger aufzubieten.Der Mittelfeldspieler Fernandes war mit der Aufgabe überfordert, Portugal überfuhr die Schweiz und gewann 6:1. An der Pressekonferenz am Tag vor dem Debakel hatte der Verband verschwiegen, dass einige Spieler kränkelten. Doch im Match wurde dann schnell klar, dass nicht alle auf dem Feld im Vollbesitz ihrer Kräfte waren.Ein solcher kommunikativer Fauxpas ist dem Verband dieses Mal nicht passiert. Er hat informiert, wenn auch spärlich. Yakin betonte zudem, die jetzige Personalsituation sei mit jener vor vier Jahren nicht zu vergleichen. Damals hätten viele Spieler krankheitshalber gefehlt, heute hätte er valable Optionen.Die SFV-Vertreter waren also sichtlich bemüht, die Contenance zu wahren. Und für einmal war der Aussage des Nationaltrainers, ihm stehe «eine schwierige Aufgabe» bevor, nichts hinzuzufügen. Mit den möglichen Ausfällen von Manzambi und Vargas ist sie gewiss nicht einfacher geworden.Passend zum Artikel
WM 2026: Helle Aufregung bei den Schweizer Fussballern vor dem Achtelfinal
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