WM-Skandal um Balogun : Was genau besagt Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung?06.07.2026, 13:58Lesezeit: 2 Min.Der Fußball-Weltverband FIFA setzt die Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun nachträglich auf Bewährung aus und beruft sich dabei auf seine Disziplinarordnung. Ein Überblick.Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung gibt den Rechtsprechungsorganen des internationalen Fußballverbandes FIFA die Möglichkeit, den Vollzug einer Disziplinarstrafe ganz oder teilweise auszusetzen. Die Strafe bleibt dabei zwar bestehen, muss jedoch zunächst nicht verbüßt werden.Unter welchen Voraussetzungen eine Strafe ausgesetzt werden kann, legt der Disziplinarcode allerdings nicht fest. Zuständig für entsprechende Entscheidungen sind die Rechtsprechungsorgane der FIFA, zu denen die Disziplinarkommission und die Berufungskommission gehören.Wird der Vollzug einer Strafe ausgesetzt, wird die betroffene Person für einen Zeitraum von einem bis vier Jahren auf Bewährung gestellt. Begeht sie in dieser Zeit einen ähnlich gelagerten und ähnlich schweren Verstoß, wird die ausgesetzte Strafe nachträglich vollstreckt – zusätzlich zu einer möglichen neuen Sanktion für das weitere Vergehen.FIFA-Regeln bei Platzverweisen eigentlich eindeutigIm Fall von Folarin Balogun wurde die Spielsperre in eine einjährige Bewährungszeit umgewandelt. Sollte der US-Spieler einen weiteren „Verstoß ähnlicher Art und Schwere“ begehen, würde die Spielsperre entsprechend wirksam werden.Beim Thema Platzverweis sind die Regeln der FIFA eigentlich eindeutig: Eine Rote Karte zieht eine Sperre von einem Spiel nach sich, je nach Schwere des Vergehens wird die Sperre ausgeweitet. Der belgische Verband, dessen Nationalelf in der Nacht zu diesem Dienstag (2.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) Achtelfinalgegner der USA sein wird, verwies nun auch auf ein im Mai versendetes Rundschreiben der FIFA, in dem mit Blick auf die Weltmeisterschaft explizit auf die Sperre nach Roten Karten hingewiesen worden war.Eine Ausnahme von Artikel 27 gilt lediglich für Disziplinarmaßnahmen wegen Spielmanipulation: Deren Vollzug darf nach dem FIFA-Disziplinarcode nicht ausgesetzt werden.