Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland verbreitete sich in Österreich ein Mythos: Das Land sei das »erste Opfer« von Adolf Hitler gewesen. Schließlich war die Wehrmacht 1938 in Österreich einmarschiert, Hitler hatte den »Anschluss« seiner Heimat ans Deutsche Reich verkündet.Heute ist der »Opfermythos« längst widerlegt. Nicht nur wurde Hitler in Wien von jubelnden Menschenmengen empfangen. Viele Österreicher beteiligten sich an den Verbrechen der Nazis. Die NSDAP war in der Alpenrepublik – gemessen an der Bevölkerungsanzahl – ähnlich stark wie die deutsche »Mutterpartei«: Etwa zehn Prozent der Bevölkerung waren Mitglied.
Adolf Hitler verkündet 1938 den »Anschluss« Österreichs am Wiener Heldenplatz
Schon lange vor dem österreichischen Einmarsch entwickelte sich die österreichische NSDAP von einer Splittergruppe zur Massenbewegung. Auch das Verbot der Partei im autoritären Austrofaschismus zwischen 1933 und 1938 stoppte den Zustrom nicht.Aber warum war die NSDAP in Österreich so erfolgreich? Was erhofften sich die Österreicherinnen und Österreicher von der Mitgliedschaft? Darüber sprechen wir im Podcast »Inside Austria« mit dem österreichischen Historiker und Autor Kurt Bauer. Es geht um die Anfänge des Nationalsozialismus in Österreich, um Terroranschläge in der Zeit des Austrofaschismus. Und um die Frage, was in Österreich eine Parteimitgliedsnummer über die Gesinnung aussagt.Hören Sie hier die aktuelle Folge:







