Was die Erfahrungen mit einer Rechts-außen-Partei angeht, ist Österreich Deutschland um einiges voraus. Die rechtsnationale FPÖ gehört seit Jahrzehnten zum politischen System, so etwas wie eine Brandmauer hat es im Nachbarland nie gegeben.Schon 1983 waren es die Sozialdemokraten, die die FPÖ als Juniorpartner in eine Regierung holten. Als die Partei mit dem neuen Vorsitzenden Jörg Haider an der Spitze weiter nach rechts rückte, zerbrach die Koalition. Anfang der Nullerjahre landete die FPÖ erneut im Kabinett, diesmal mit der konservativen Volkspartei. Wieder platzte die Regierung, wegen interner Machtkämpfe. Jörg Haider torpedierte die Arbeit seiner eigenen Minister und spaltete sich schließlich von der FPÖ ab. Die dritte Regierungsphase der FPÖ begann 2017 und endete zwei Jahre später mit der Ibiza-Affäre. Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache hatte in einem heimlich aufgenommenen Video mit einer vermeintlichen russischen Investorin über dubiose Deals fabuliert, die Aufnahmen gingen um die Welt. Strache stürzte, bevor er seine korrupten Fantasien umsetzen konnte.In Österreich hat die Rechts-außen-Partei bislang dreimal bewiesen, dass sie im Bund nicht regierungsfähig ist. Sie wurde durch die Koalitionen immer geschwächt – schaffte es allerdings auch, sich binnen kürzester Zeit wieder zu erholen. Anschließend wurde sie stärker als zuvor und radikalisierte sich. Heute steht die Partei in bundesweiten Umfragen bei bis zu 40 Prozent, Parteichef Herbert Kickl steht weiter rechts als all seine Vorgänger.
FPÖ in Österreich: Was passiert, wenn Rechtsaußen regiert - Podcast
Die FPÖ regierte in Österreich im Bund dreimal – und scheiterte jedes Mal. Trotzdem wurde sie danach stärker und radikaler. Was ihre Geschichte für eine mögliche AfD-Regierung in Deutschland lehrt.






