Die FPÖ treibt seit Jahren die österreichische Politik vor sich her. Hier zeigt sich, wie Anbiederung den Rechtsextremen in die Hände spielt.

F ür viele Rechtsaußenparteien in Europa gilt die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) als Vorreiter. Unter Jörg Haider erzielte sie mit rassistischen Kampagnen schon in den 1980ern erste Höhenflüge, zuerst in Kärnten, dann im ganzen Land. Ihre Regierungsbeteiligung Anfang der 2000er Jahre brachte Österreich heftige internationale Kritik ein. Heute ist die FPÖ etabliert und kein großer Aufreger mehr. Sie ist an fünf Landesregierungen beteiligt – in vier Bundesländern als Juniorpartner, in der Steiermark stellt sie gar den Landeshauptmann. Nächstes Jahr könnte sie mit Oberösterreich und Tirol zwei weitere gewichtige Bundesländer blau einfärben.

In der Parlamentswahl 2024 wurde die FPÖ unter Herbert Kickl erstmals zur bundesweit stärksten Kraft. Beinahe hätte sie mitregiert, wären die Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP nicht auf den letzten Metern gescheitert. Seither liegt die FPÖ durchgehend bei 35 Prozent und mehr, meilenweit vor allen anderen Parteien. Ihre Kernthemen sind Migration, EU-Kritik, Teuerung und ein Festhalten an Österreichs Neutralität.