Am 7. Februar 2000 wurde in Österreich unter großem öffentlichen Protest eine neue Regierung ernannt. Die konservative ÖVP ging eine Koalition mit Jörg Haiders FPÖ ein. Nachdem die Freiheitlichen einen gigantischen Wahlerfolg eingefahren hatten, landeten sie nach 17 Jahren erneut in der Regierung. Doch der Mann, dem die Partei ihren Erfolg maßgeblich verdankte, musste zurückstecken: Jörg Haider gab den Vorsitz der FPÖ ab und kehrte als Landeshauptmann nach Kärnten zurück. Was zu dem Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte: Der Schritt würde für Jörg Haider der Anfang vom Ende sein.Wenige Jahre später spaltete sich Haider von der FPÖ ab und gründete eine neue Partei, das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Das Projekt scheiterte, bei den Nationalratswahlen 2006 schaffte es das BZÖ gerade so mit knapp 4 Prozent ins Parlament.
Zwei Jahre später starb Jörg Haider bei einem Verkehrsunfall. Doch sein Erbe lebt bis heute in Österreichs Politik fort. Wer genau hinschaut, erkennt überall seine Handschrift. Haider hat die FPÖ zum festen Bestandteil des »Establishments« in Österreich gemacht. Rechtspopulisten in ganz Europa haben Haiders Methoden kopiert: Seine Tabubrüche, die Anti-Ausländer-Rhetorik oder die inszenierte »Volksnähe«.In einer dreiteiligen Serie aus dem Jahr 2024 zeichnen wir Jörg Haiders Geschichte nach. In dieser Folge rekonstruieren wir den Fall des einstigen FPÖ-Shootingstars. Es geht um seine Abspaltung von der Partei, um einen Bankenskandal in Kärnten und um Haiders Unfalltod. Und wir fragen, welche Lehren sich aus dem Aufstieg der FPÖ ziehen lassen.Hören Sie hier die dritte Folge vom 07.09.2024:






