Er hat als Erster alle 14 Achttausender bestiegen, den Everest ohne Flaschensauerstoff, die Antarktis durchquert. Reinhold Messner ist ein Denkmal zu Lebzeiten. Doch ausgerechnet in der eigenen Familie herrscht Funkstille.Am Dienstag kommt die Dokumentation „Simon Messner – Aus dem Schatten“ ins Kino (Regie: Veronika Kaserer, 91 Minuten). Sie porträtiert den einzigen Sohn der Bergsteiger-Legende: Simon Messner, 35, selbst Alpinist, dazu Landwirt, Ehemann, junger Vater.Und sie erzählt – neben spektakulären Expeditionsbildern – von einem Zerwürfnis, das kaum tiefer sein könnte.

Der Film begleitet Simon Messner ins pakistanische Karakorum, wo er 2025 die Erstbesteigung des 6754 Meter hohen Chumik Kangri wagt. Rund 80 neue Kletterrouten hat der promovierte Molekularbiologe in 20 Jahren eröffnet. Genug eigentlich, um aus jedem Schatten zu treten – wäre da nicht dieser eine.Denn der Vater, so erzählt es der Sohn im Film, hielt von dessen Karriere am Berg nie viel. „Du kannst es nicht. Wenn du weitermachst, dann stirbst du“ – diesen Satz habe Reinhold Messner ihm als jungem Kletterer entgegengehalten.

Messner-Kinder beklagen kompletten Kontaktabbruch

Inzwischen geht es längst nicht mehr um Bergsteiger-Ehrgeiz. Wie die „Bild“ berichtet, haben Messners Kinder den Kontakt zu ihrem Vater vollständig verloren.Briefe blieben unbeantwortet, Anrufe ohne Reaktion, sagte Simon Messner der Zeitung – warum, wisse in der Familie niemand. Auch Schwester Magdalena, 38, schildert in der Doku vergebliche Versuche, den Vater zu erreichen. Am meisten schmerze sie, dass ihre Kinder den Großvater nicht mehr in ihrem Leben hätten.