Das letzte Mal, dass ich Stoppersocken getragen habe, ist so lange her, dass ich mich nicht daran erinnern kann. Doch dann kam der Auftrag, die Trendsportart der Stunde zu testen: Lagree. Eine Art ultralangsames Krafttraining, das auf dem sogenannten Megaformer ausgeübt wird – einem Gerät, das man schon rein optisch als nicht weniger als eine Foltermaschine beschreiben kann. Zwingende Voraussetzung, um die Maschine zu betreten: besagte Stoppersocken, die man in Lagree-Kreisen „Grip Socken“ nennt.Lagree eilt ein gewisser Ruf voraus, „Pilates auf Steroiden“ quasi. Eine Bekannte bestätigte es mir: „Krank anstrengend“ sei das. Mit diesem Wissen zog ich also nach der Arbeit los, ein wenig ängstlich, meine Beine beinahe zitternd, bevor die Übungen auf dem Foltergerät überhaupt das berühmt-berüchtigte Muskelzittern hervorrufen konnten. Dieses ist bei Lagree einkalkuliertes Ziel, um die Tiefenmuskulatur an ihre Grenzen zu bringen.
Das Geschäftsmodell hinter dem Hype
Lagree präsentiert sich auf eine Weise, die man nicht anders als elitär bezeichnen kann. Eine Einzelstunde kostet 35 Euro, eine 5er-Karte 160 Euro, eine 10er-Karte 290 Euro. Ein stolzer Preis, der mit einer Art Monopolstellung einhergeht. Die Anzahl der Lagree-Studios in Berlin ist extrem begrenzt. Es gibt nur vier spezialisierte Studios, die mit den originalen Geräten ausgestattet sind.






