In einer Einrichtung sollten Fachkräfte mit Müttern arbeiten. Bei einem Gespräch erschoss ein Vater sechs von ihnen. Er lässt eine Stadt fassungslos zurück.
Es kommen einem die Tränen“, sagt Ilona Benold und sie stehen schon in ihren Augen. Gerade eben ist die Staderin mit ihren beiden fast erwachsenen Kindern aus dem Auto gestiegen, sie stellen Grablichter zu den anderen vor die Gartenhecke. Es ist Donnerstagvormittag, alle paar Minuten kommen Menschen vorbei, stehen schweigend vor dem verlassenen Klinkerhaus, in dem bis Anfang dieser Woche noch eine Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht war. Jetzt ist die Tür versiegelt. Die verwelkenden Rosen, Lilien und Wildblumen, die dort liegen, lassen die Luft süß riechen. Sechs Menschen wurden hier am Montag vom Vater eines dort untergebrachten Kindes mit gezielten Schüssen getötet.
Es sei ihr egal, was über den Täter gesagt werde, sagt Benold, kurze rote Haare, es gehe ihr vor allem darum, die Opfer und deren Angehörige zu unterstützen. Dann erwähnt sie den Täter doch: „Das ist ein Mensch, der seine kleine Tochter zurückhaben möchte und dafür andere Menschen tötet, die auch Familien haben, die Kinder und Partner haben.“ Sie selbst habe durch eines ihrer Kinder Erfahrung mit Jugendeinrichtungen gemacht, niemals käme sie auf die Idee, diejenigen zu verletzten, die ihr und ihrem Kind doch helfen wollten. Sie verstehe es nicht.












